Die vietnamesischen Behörden haben die Praxis der Ausstellung von befristeten Aufenthaltsgenehmigungen (Temporary Residence Card, TRC) geändert: Seit Februar 2026 können Dokumente nur noch mit einem LD2-Visum (Arbeit) oder einem TT-Visum (Familienangehörige) direkt im Land eingereicht werden. Inhaber anderer Visa, einschließlich Geschäftsvisa, müssen nun zunächst die obligatorische Umwandlung ihres Visums in die entsprechende Kategorie durchlaufen und können erst dann einen TRC beantragen.
Nach Schätzungen des internationalen Beratungsunternehmens Fragomen wird die Einführung dieses zusätzlichen Schrittes die Bearbeitungszeit für die TRC um etwa zwei Wochen verlängern. Experten empfehlen, zunächst eine Arbeitserlaubnis (work permit) zu beantragen und dann das erforderliche Einreisevisum zu beantragen, um Verzögerungen bei der Legalisierung des Status zu vermeiden.
Die Änderung führt faktisch zu einer strengeren „Kette” der Migrationskontrolle: Arbeitserlaubnis – Arbeitsvisum – Aufenthaltskarte, was die Risiken für diejenigen erhöht, die mit einem E-Visum oder einem Business-Visum „zum Start” einreisen und erst danach ihre Arbeitspapiere beantragen.
Nach Angaben der Weltbank (Schätzung der Vereinten Nationen zur internationalen Migration) lebten Mitte 2024 etwa 326.400 internationale Migranten (die außerhalb des Landes geboren wurden) in Vietnam, was etwa 0,3 % der Bevölkerung entspricht.
Gleichzeitig verzeichnete Vietnam im Jahr 2025 einen Rekord von 21,2 Millionen ausländischen Besuchern, wobei China (5,28 Millionen), Südkorea (4,33 Millionen), Taiwan (1,23 Millionen), USA (849.000), Japan (814.000), Indien (746.500), Russland (689.700), Kambodscha (687.100), Malaysia (573.700) und Australien (548.500). Die Ukraine ist in dieser Top-10-Liste nicht vertreten.