Geringer und mäßiger Alkoholkonsum kann je nach Art des Getränks unterschiedlich mit dem Sterberisiko korrelieren: In einer großen Beobachtungsstudie war mäßiger Weinkonsum mit einem geringeren Risiko für den Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden, während selbst geringer Konsum von Bier, Apfelwein oder hochprozentigem Alkohol mit einem höheren Risiko einherging. Diese Daten werden am 28. März auf der jährlichen wissenschaftlichen Tagung des American College of Cardiology (ACC) in New Orleans vorgestellt.
Die Studie umfasste 340.924 erwachsene Teilnehmer der UK Biobank im Zeitraum von 2006 bis 2022. Die Autoren analysierten die Alkoholkonsumgewohnheiten und die anschließenden Sterblichkeitsraten, wobei sie die Teilnehmer nach der Menge des konsumierten reinen Alkohols in Gruppen einteilten. Als Anhaltspunkt gaben die Forscher an, dass eine Standardflasche Bier (12 Unzen), ein Glas Wein (5 Unzen) und eine Portion hochprozentiger Alkohol (1,5 Unzen) jeweils etwa 14 g reinen Alkohol enthalten.
Den Ergebnissen zufolge hatten Menschen mit hohem Alkoholkonsum im Vergleich zu denen, die nie oder nur selten tranken, ein um 24 % höheres Risiko, an jeglicher Ursache zu sterben, ein um 36 % höheres Risiko, an Krebs zu sterben, und ein um 14 % höheres Risiko, an Herzerkrankungen zu sterben. Bei geringem und mäßigem Konsum waren die Unterschiede je nach Getränketyp ausgeprägter: Der Konsum von hochprozentigem Alkohol, Bier oder Apfelwein war mit einem statistisch signifikant höheren Sterberisiko verbunden, während ein vergleichbarer Weinkonsum mit einem geringeren Risiko einherging.
Speziell in Bezug auf die kardiovaskuläre Mortalität stellten die Forscher fest, dass bei moderaten Weinkonsumenten das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, um 21 % niedriger war als bei denen, die keinen Alkohol tranken oder nur gelegentlich tranken. Gleichzeitig war selbst ein geringer Konsum von hochprozentigem Alkohol, Bier oder Apfelwein mit einem um 9 % erhöhten Risiko für den Tod durch kardiovaskuläre Ursachen verbunden, verglichen mit der Gruppe der Nichttrinker oder Gelegenheitstrinker.
Die Autoren sind der Ansicht, dass die Unterschiede nicht nur mit dem Getränk selbst, sondern auch mit der Art des Konsums zusammenhängen könnten. Wein wird häufiger zu den Mahlzeiten und von Menschen mit einer qualitativ hochwertigeren Ernährung und einem insgesamt gesünderen Lebensstil konsumiert, während Bier, Cider und hochprozentiger Alkohol häufiger außerhalb der Mahlzeiten getrunken werden und mit einer geringeren Ernährungsqualität sowie anderen Risikofaktoren in Verbindung stehen. Die Forscher erwähnen auch die mögliche Rolle von Polyphenolen und Antioxidantien, die insbesondere in Rotwein enthalten sind.
Dabei betonen die Autoren, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, die somit Korrelationen aufzeigt, aber keinen kausalen Zusammenhang beweist. Der Alkoholkonsum wurde anhand der Selbstauskünfte der Teilnehmer zu Beginn der Beobachtungszeit geschätzt und spiegelte mögliche Veränderungen der Gewohnheiten im Laufe der Zeit nicht wider. Zudem sind die Teilnehmer der UK Biobank im Durchschnitt gesünder als die Gesamtbevölkerung, was die Übertragbarkeit der Schlussfolgerungen auf die gesamte Bevölkerung einschränken könnte.
Somit untermauern die vorgelegten Daten die allgemeine Erkenntnis der letzten Jahre, dass ein geringerer Alkoholkonsum insgesamt besser für die Gesundheit ist, aber innerhalb der Gruppe derjenigen mit geringem bis mäßigem Alkoholkonsum können die Risiken je nach Art des Getränks und dem damit verbundenen Lebensstil variieren. Die Autoren sind der Ansicht, dass für ein genaueres Verständnis der Unterschiede zwischen den Getränken in Zukunft hochwertige randomisierte Studien erforderlich sein werden.