Wie der Serbische Ökonom berichtet, haben das italienische Unternehmen Beretta Holding, die kroatische Regierung und der kroatische Investor Ivan Kapetanović eine Absichtserklärung zur Umsetzung des Projekts für das landesweit erste Werk zur Herstellung von Kleinkalibermunition unterzeichnet.
Das Dokument wurde am 30. Juli im Regierungskomplex „Banski Dvori“ in Zagreb in Anwesenheit des kroatischen Ministerpräsidenten Andrej Plenković unterzeichnet. Die Unterzeichnung erfolgte durch Verteidigungsminister Ivan Anušić, den Präsidenten und Geschäftsführer der Beretta Holding, Pietro Gussalli Beretta, sowie Kapetanović.
Das Werk soll in der Nähe der Stadt Obrovac in der Gespanschaft Zadar errichtet werden. Der genaue Standort des Grundstücks wurde bislang noch nicht offiziell bekannt gegeben.
Das Gesamtvolumen der gemeinsamen Investitionen wird auf 125 Millionen Euro geschätzt. Beretta soll 50 % des Kapitals des künftigen Gemeinschaftsunternehmens sowie eine zusätzliche Aktie erhalten, wodurch der italienischen Gruppe die Kontrolle gesichert wird. Die restlichen Anteile werden zwischen dem kroatischen Staat und dem privaten Investor Ivan Kapetanović aufgeteilt.
Beretta wird zudem den Technologietransfer, das Lieferkettenmanagement und den Aufbau der Produktionslinien übernehmen. Das Werk soll bis Mitte 2029 in Betrieb genommen werden.
Nach Angaben italienischer Medien wird das Unternehmen nach Erreichen der geplanten Kapazität rund 250 Arbeitsplätze schaffen und einen Jahresumsatz von 70 bis 80 Millionen Euro erzielen können.
In dem Werk sollen Munition für kleine Kaliber hergestellt werden, insbesondere Patronen für Maschinengewehre, die auf gepanzerten Fahrzeugen montiert werden, sowie Zündkapseln. Nach Angaben von Pietro Gussalli Beretta wird ein Teil der entsprechenden Munition derzeit in einem Schweizer Werk der Gruppe hergestellt, während das Beretta-Werk in Deutschland vollständig mit der Produktion von Zündkapseln ausgelastet ist.
Der Vorsitzende der Beretta Holding bezeichnete das Projekt als langfristige Investition, die nicht nur mit dem aktuellen Anstieg der Nachfrage nach Munition zusammenhängt. Es ist vorgesehen, dass die Produkte des neuen Werks nicht nur an die kroatische Armee, sondern auch auf den europäischen und den weltweiten Markt geliefert werden.
Dabei handelt es sich bei dem unterzeichneten Memorandum vorerst um ein Rahmendokument. Es sieht die weitere Ausarbeitung einer endgültigen Vereinbarung sowie die Gründung einer speziellen Projektgesellschaft in Kroatien vor.
Die Beretta Holding vereint Hersteller von Handfeuerwaffen, Munition, Optik und zugehöriger Ausrüstung. Die Geschichte des Familienunternehmens reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Die Gruppe verfügt über Unternehmen in Italien, Deutschland, der Schweiz, Schweden, Ungarn, den USA und anderen Ländern.
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