Business news from Ukraine

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Die staatliche Statistikbehörde der Ukraine wird im Herbst eine neue Website starten

29 August , 2025  

Die staatliche Statistikbehörde der Ukraine (Gosstat) arbeitet derzeit intensiv an der Entwicklung einer neuen, benutzerfreundlicheren Website, die im Herbst dieses Jahres vorgestellt werden soll, teilte der Leiter der Gosstat, Arsen Makarchuk, mit.
„Wichtig ist nicht nur das Produkt, sondern auch seine Verpackung, seine Präsentation… Wir müssen näher an den Menschen heranrücken und unser Produkt besser präsentieren. Die Website soll ein Ort werden, an dem Statistiken Fragen beantworten, einen Einblick in das Land anhand von Daten ermöglichen und nicht einfach nur im Excel-Format hochgeladen werden“, sagte er in einem Interview mit der Agentur „Interfax-Ukraine“.
Makarchuk merkte an, dass gemäß der Gesetzgebung und der gängigen Praxis in offiziellen Dokumenten der Staatsstatistik der Begriff „Nutzer“ verwendet wird, aber für ihn ist es von grundlegender Bedeutung, diejenigen, für die die Statistikbehörde arbeitet, nicht als Nutzer, sondern als Kunden zu betrachten.
„Was ist ein Kunde? Eigentlich ein Wirtschaftsakteur, der eine bewusste Entscheidung trifft, Ihre Produkte zu nutzen oder deren Nutzung abzulehnen, wenn das Produkt nicht zufriedenstellend ist. Um unseren Kunden zufrieden zu stellen, müssen wir ihm das bieten, was er braucht“, betonte Makarchuk, der seit Anfang März an der Spitze des Gosstat steht und zuvor viele Jahre bei der Nationalbank gearbeitet hat.
Seinen Worten zufolge wird der Kunde, wenn Gosstat seinen Bedarf an Daten nicht befriedigen kann, diesen woanders befriedigen, wenn auch mit schlechterer Datenqualität, während die staatliche Statistikbehörde „außen vor“ bleibt.
Als Beispiel nannte der neue Leiter die Bewertung des Verbraucherpreisindex, die er beschleunigen möchte, da einige Kunden anstelle der offiziellen Statistiken Web-Scraping nutzen könnten – einen automatisierten Prozess zur Erfassung großer Datenmengen im Internet.
Als weiteres Beispiel nannte Makarchuk die Schätzung der Bevölkerungszahl, die Gosstat aus objektiven Gründen seit 2022 nicht mehr veröffentlicht, weshalb viele Kunden – von zentralen Exekutivbehörden bis hin zu internationalen Organisationen – sich auf eigene Schätzungen stützen, wie beispielsweise das Institut für Demografie mit einer Schätzung von 28 bis 34 Millionen.
„Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds führen ihre eigenen Schätzungen durch. Welche Methoden sie dabei anwenden, wissen wir nicht. Es handelt sich dabei größtenteils um Vermutungen und nicht um genaue Schätzungen, aber da unser Produkt fehlt, greifen sie auf andere zurück. Die Gefahr besteht darin, dass wir irgendwann keine Kunden mehr haben werden. Wenn wir kein gutes Produkt anbieten, das ihren Anforderungen entspricht, werden sie andere Quellen finden”, fasste Makarchuk zusammen.

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