Die europäische Publikation EU Reporter hat einen zuvor veröffentlichten Artikel über angebliche Lieferungen von Luftfahrttechnik nach Russland zurückgezogen und sich bei den in dem Artikel genannten Unternehmen entschuldigt, insbesondere bei der emiratischen Aeroparts AOG LTD.
Es handelt sich um einen Artikel vom 30. April 2026 mit dem Titel „Sanctions spotlight: Kyrgyzstan, UAE networks, and the global supply chain of aircraft equipment to Russia“. Nach einer Anfrage von Vertretern der Unternehmen Aerospace Technical Services Co. Ltd. (ATS), Aeroparts AOG, Royal Aircraft Maintenance Company (RAMC) und mit ihnen verbundenen Personen führte die Redaktion des EU Reporter eine interne Überprüfung der bei der Erstellung der Veröffentlichung verwendeten Materialien durch.
Aufgrund der Ergebnisse dieser Überprüfung kam der EU Reporter zu dem Schluss, dass ein Teil der Informationen und Begleitmaterialien, die der Redaktion zur Verfügung gestellt wurden, unzuverlässig und nicht authentisch ist. Aus diesem Grund wurde der Artikel von der Website entfernt.
EU Reporter räumte ein, dass der Artikel in seiner ursprünglichen Form nicht hätte veröffentlicht werden dürfen und dass die Behauptungen bezüglich der Unternehmen ATS, Aeroparts AOG, RAMC, Golden Falcon Aviation, Casper Aviation und der mit ihnen verbundenen Personen nicht ordnungsgemäß überprüft und ausgewogen dargestellt wurden.
Die Redaktion erkannte zudem die Erklärungen der genannten Parteien an, wonach sie nicht an illegalen, sanktionierten oder unzulässigen Aktivitäten beteiligt seien.
„Insofern der Artikel den betroffenen Parteien Schaden zugefügt, Missverständnisse hervorgerufen oder Reputationsschäden verursacht haben könnte, bedauert EU Reporter dieses Ergebnis und entschuldigt sich bei den betroffenen Parteien“, erklärte die Publikation in ihrer Stellungnahme.
In einem Kommentar für das Informationsportal „Ukraine auf Arabisch“ erklärte Imad El Eddin, Vertreter von Aeroparts AOG LTD, dass das Unternehmen die Rücknahme des Artikels durch den EU Reporter als ersten Schritt zur Wiederherstellung seines geschäftlichen Rufs betrachte. Seinen Worten zufolge bestehe Aeroparts AOG LTD darauf, dass die unrichtigen Informationen auch auf anderen Plattformen, die die Anschuldigungen auf der Grundlage des zurückgezogenen Artikels übernommen oder verbreitet haben, widerlegt werden.
Er betonte zudem, dass Aeroparts AOG LTD keine Unterstützung oder Zusammenarbeit mit Unternehmen geleistet habe, die in militärische Konflikte, insbesondere gegen die Ukraine, verwickelt seien.
Nach Angaben der Beobachtungsstelle „Ukraine auf Arabisch“ gab es zum Stand vom 4. Juni 2026 auf dem offiziellen Webportal des staatlichen Sanktionsregisters der Ukraine keine Hinweise auf die Anwendung von restriktiven Maßnahmen gegen Aeroparts AOG LTD oder deren Vertreter Imad El Eddin.
Das Unternehmen geht davon aus, dass die Verbreitung unrichtiger Informationen mit den Handlungen unlauterer Wettbewerber in Verbindung stehen könnte. Aeroparts AOG LTD teilte mit, dass sie der Redaktion von „Ukraine auf Arabisch“ Dokumente zur Verfügung gestellt habe, die nach Angaben des Unternehmens die Fälschung von Stempeln und Unterschriften in Verträgen belegen, die im Internet als angebliche Unternehmensdokumente verbreitet wurden.
EU Reporter teilte in seiner Stellungnahme mit, dass man nach diesem Vorfall die internen redaktionellen Verfahren zur Überprüfung von Informationen überarbeitet habe.
Quelle: EU Reporter, „Ukraine auf Arabisch“.