Die Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine veranstaltete heute eine Pressekonferenz zu „Fashion PRORYV“ – einer Plattform für Kulturdiplomatie und internationalen Dialog zwischen der Ukraine und der Welt.
„Die ukrainische Jugend hat bewiesen, dass sie selbst in den dunkelsten Zeiten zu moralischer und spiritueller Größe fähig ist. Und von ihr geht eine neue Ära der ukrainischen Modekultur aus“, betonte Golda Vynohradska, Organisatorin des Wettbewerbs und Präsidentin des Vereins „Fashion PRORYV“.
Laut ihren Angaben entstand „Fashion PRORYV“ als Reaktion der Modebranche auf den Krieg und hat sich seit 2014 zu einer Initiative entwickelt, die Berufsbildung, Produktion und internationale Partner vereint. Ursprünglich verfolgte das Projekt ein praktisches Ziel: Die Organisatoren entwickelten und produzierten Produkte für die Front. Später entwickelte es sich zu einer Wettbewerbsplattform mit Partnerschaften, internationalen Modenschauen und Präsentationen der Arbeiten ukrainischer Teilnehmer im Ausland.
Die Präsidentin des italienischen Verbandes Vita World, Natalia Sasina (die online zugeschaltet war), berichtete, dass Italien gemeinsam mit Fashion Globus Ukraine an der Veranstaltung „Fashion PRORYV für Freiheit und Frieden“ teilnimmt, an der Modeschulen und die italienische Modebranche beteiligt sind. Sie betonte, dass die Initiative nicht nur eine künstlerische, sondern auch eine soziale Dimension habe: „Diese Veranstaltung thematisiert den Krieg – und gleichzeitig Würde, Schönheit und die Kraft der Kreativität. Wir wollen die Ukraine nicht mit Mitleid, sondern mit Talent und Widerstandskraft zeigen.“
Ein separater Diskussionsblock der Pressekonferenz war der Ausbildung von Fachkräften für die Leichtindustrie und der Rolle der Berufsbildung beim Wiederaufbau des Landes gewidmet. Die Vorsitzende des Gesamtukrainischen Verbandes der Berufsbildungsfachkräfte, Kateryna Myroshnychenko, merkte an, dass Stereotype über die Berufsbildung als „unprestigeträchtig“ und „sekundär“ in der Gesellschaft immer noch weit verbreitet seien, die Realität des Krieges diese jedoch völlig widerlegt habe.
„Von Kriegsbeginn an arbeiteten unsere Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 bis 17 Jahren, manchmal sogar jünger, an der Front: Sie stellten Nähwaren und warme Kleidung her, und die Einrichtungen eigneten sich neue Technologien und Verfahren an, um den damaligen Bedürfnissen gerecht zu werden. Heute ist die Berufsbildung eine der tragenden Säulen für Armee und Wirtschaft“, sagte sie.
Gleichzeitig wies Myroshnychenko auf den Rückgang des Netzes von Einrichtungen hin, die Fachkräfte für die Leichtindustrie ausbilden, und betonte die Notwendigkeit einer staatlichen Förderpolitik für diese Branche. Laut ihren Angaben zeigen einige Länder – insbesondere die Türkei und China –, dass die wirtschaftliche Erholung oft genau mit der Entwicklung der Leichtindustrie, Investitionen in die Produktion und der Ausbildung beginnt.
Im Kontext der internationalen Zusammenarbeit berichteten die Teilnehmer der Pressekonferenz, dass praxisorientierte Partnerschaften im Industriebereich in der Lage seien, konkrete Projekte innerhalb kurzer Zeit zu realisieren. Als Beispiel wurde das Interesse ausländischer Unternehmen an einer Kooperation mit ukrainischen Einrichtungen und Produktionsstätten nach der Präsentation wettbewerbsfähiger Leistungen genannt.
Während der Diskussion über die Interaktion zwischen Wirtschaft und Staat betonten die Teilnehmer, dass ein systemischer Durchbruch stabile Modelle der Zusammenarbeit von Bildung, Wirtschaft und Staat sowie einen regelmäßigen Dialog mit Arbeitgebern der Industrie erfordert. Laut den Rednern gab es in der Ukraine bereits erfolgreiche Pilotprojekte zur Partnerschaft mit Arbeitgebern, insbesondere in einzelnen Produktionssektoren, und diese Praktiken sollten ausgeweitet werden.
Dmytro Kalach, ein Vertreter des Unternehmens „Softorg“, sprach über die Beteiligung der Wirtschaft an der Entwicklung der Berufsausbildung, insbesondere durch die Einrichtung von Ausbildungslaboren an Bildungseinrichtungen, die Unterstützung von Wettbewerben sowie die Einbindung von Unternehmen als externe Partner in die Aktualisierung von Lehrplänen und die Stärkung der praktischen Ausbildung zukünftiger Fachkräfte.
An der Pressekonferenz nahmen auch Vertreter der Organisatoren und Partner teil. Sie betonten, dass „Fashion PRORYV“ als langfristige Plattform verstanden wird, die Kulturdiplomatie, soziale Verantwortung und das wirtschaftliche Potenzial der Leichtindustrie verbindet – durch die Förderung talentierter junger Menschen, internationale Kooperationen und die Stärkung der ukrainischen Produktion.
„Fashion PRORYV“ ist eine Initiative, die Berufsausbildung, Leichtindustrie und internationale Partnerschaften vereint. Die Plattform bietet Wettbewerbe und Präsentationen zur Förderung junger Designer und zur Stärkung des ukrainischen Kultur- und Produktionsumfelds.
Wie berichtet, fand das große Finale des VIII. Allukrainischen Wettbewerbs für berufliche Kompetenzen „Fashion PRORYV für Freiheit und Frieden“ in der Säulenhalle der Kiewer Stadtverwaltung statt. Dort wurden Kollektionen von Sport- und Behindertenbekleidung präsentiert und die Gewinner ausgezeichnet.
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