Im Nationalmuseum „Kiewer Gemäldegalerie” beginnt am 7. März ein großes intermuseumisches Projekt „Karpaten. Diese Berge kennen keine Unterwerfung” gestartet, das anhand von Gemälden, Grafiken und dekorativer Kunst das kulturelle Bild der Bergregion und ihre Bedeutung für die ukrainische Identität vermittelt. Dies berichtet die Pressestelle des Museums.
„Die Karpaten sind eine unerschöpfliche Quelle kreativer Inspiration und nationalen Geistes. Die Region „Cheremosh und Prut“ war eine ukrainische Hochburg, auch in Zeiten, in denen Künstler ihrer Freiheit beraubt waren, nationale Kunst zu schaffen“, sagte die amtierende Generaldirektorin des Nationalmuseums „Kiewer Gemäldegalerie“, Oksana Pidsukha.
Nach Angaben der Organisatoren zeigt die Ausstellung ein facettenreiches Bild der Karpaten – durch Berglandschaften, Porträts der freiheitsliebenden Bewohner der Region und Genreszenen aus dem Leben der Bergbewohner. Die natürliche Landschaft, so betont das Museum, habe über Jahrhunderte hinweg den nationalen Charakter der Ukrainer geprägt, das historische Schicksal des Volkes beeinflusst und sich in der Kunst niedergeschlagen.
Die offizielle Präsentation des Projekts findet am 10. März um 17:00 Uhr statt.
Die Ausstellung basiert auf Gemälden, Grafiken und dekorativen und angewandten Kunstwerken ukrainischer Künstler aus den 1950er bis 1970er Jahren. Einen besonderen Platz nehmen dabei die Werke der Künstler der 1960er Jahre ein – einer Generation von Künstlern, für die die Karpaten zum Symbol der geistigen Freiheit und zum Raum der Suche nach nationaler Identität wurden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg begaben sich die Künstler in die Berge, um die ukrainische Kultur besser kennenzulernen, die Kraft der Traditionen zu spüren und ihre innere Freiheit zu bezeugen, in einer Zeit, in der das sowjetische System versuchte, die Kunst den Kanonen des sozialistischen Realismus zu unterwerfen. Gerade in den Karpaten suchten sie nach neuen Bedeutungen, erforschten die Wechselbeziehung zwischen Natur, Mensch und Alltag.
Die Ausstellung zeigt Werke bekannter ukrainischer Künstler, darunter Veniamin Kushnir und Lyubov Panchenko, deren Gemälde die Atmosphäre der Bergregion und ihre kulturelle Tiefe vermitteln.
Ein separater Teil der Ausstellung ist der Transkarpatischen Malerschule gewidmet, vertreten durch Werke von Josyp Bokschaj, Adalbert und Janos Erdeli, Ernest Kontratowitsch, Gavril Gluck, Zoltan Sholtes, Anton Kashshaj, Adalbert Marton und Vladimir Sydoruk. In ihren Werken wird die Schönheit der Karpaten durch ein feines Gespür für Licht, eine satte Farbpalette und die besondere Atmosphäre der Hochgebirgslandschaften vermittelt.
Die thematische und stilistische Palette der Ausstellung wird durch Werke ukrainischer Klassiker des 20. Jahrhunderts ergänzt – Mykola Hluschenko, Serhij Schyschko, Mykola Maksymenko und Roman Selsky.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den grafischen Werken von Georgiy Yakutovich, insbesondere auf den Illustrationen zu Mykhailo Kotsyubinsky’s Roman „Die Schatten vergessener Vorfahren” sowie auf seinen Linolschnitten aus der Serie „Die Menschen des Dorfes Dzembronya”, die den Geist der Karpatenkultur und das Leben der Berggemeinden tiefgreifend vermitteln.
Ergänzt wird die Ausstellung durch Porzellanfiguren und Majolika bekannter ukrainischer Bildhauer. Ein Teil dieser Werke entstand zu Jubiläumsdaten der Sowjetzeit, die mit der sogenannten Angliederung der Westukraine an die UdSSR zusammenhängen.
Die Ausstellung umfasst Werke aus den Sammlungen des Nationalmuseums „Kiewer Gemäldegalerie”, des Museums der Sechzigerjahre – einer Zweigstelle des Museums für Stadtgeschichte Kiews, der Galerien „NYU ART”, ARS Kerylos, „Nostalgie”, „Vernissage” sowie aus Privatsammlungen.
Informationspartner des Projekts ist die Zeitschrift „DNA”.
Das Museum ist von 11:00 bis 18:00 Uhr (außer montags und donnerstags) geöffnet, dienstags bis 19:00 Uhr. Der Preis für eine Vollpreis-Eintrittskarte beträgt 200 UAH, für ermäßigte Kategorien 100 UAH.