Business news from Ukraine

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98 % der im Lobbyistenregister eingetragenen Personen haben ihre ersten Berichte eingereicht

97 % der als Lobbyisten registrierten Personen und 100 % der Unternehmen haben laut Angaben der Nationalen Agentur für Korruptionsprävention (NAZK) bis zum 12. März 2025 bereits ihre ersten Berichte eingereicht. Insgesamt umfasst das Register 161 Teilnehmer, von denen 132 im vergangenen Jahr registrierte Lobbyisten einen Bericht vorlegen mussten. Mehr als die Hälfte aller Teilnehmer hat sich bereits im ersten Monat nach dem Start des Transparenzregisters registriert.

Im Herbst des vergangenen Jahres nahm in der Ukraine das von der NAZK betreute Lobbyistenregister seine Arbeit auf. Nach Ablauf des Jahres mussten die ukrainischen Lobbyisten ihren ersten Bericht über ihre Tätigkeit einreichen. So mussten alle registrierten Teilnehmer, die im vergangenen Jahr in das Register aufgenommen wurden, ihre Berichte bis zum 31. Januar 2026 bei der NAZK einreichen. Selbst wenn ein Teilnehmer inaktiv ist, muss er dennoch einen Bericht einreichen, der das Fehlen aktiver Tätigkeit bestätigt.

Ein Teil der Teilnehmer hat die Frist für die Berichterstattung nicht eingehalten: 96 % der Unternehmen und nur 87 % der einzelnen Lobbyisten haben rechtzeitig über ihre Tätigkeit berichtet. Die Situation wurde jedoch im Februar korrigiert, sodass mittlerweile alle Unternehmen ihre Berichte eingereicht haben. Insbesondere haben Anfang Februar die Allukrainische Privatisierungsagentur, die SIC-Group Ukraine und die ukrainische Firma „Consulting und Lobbyismus“ ihre Berichte nachgereicht. Derzeit sind nur noch zwei Lobbyisten als natürliche Personen in Verzug.

Auch beide ausländischen Vertretungen haben über ihre Aktivitäten berichtet.

Zu Beginn der Arbeit des Registers stießen die Teilnehmer auf gewisse Schwierigkeiten beim Dokumentenfluss. Opendatabot hat sich mit den Unternehmen in Verbindung gesetzt, die in diesem Jahr Bericht erstattet haben, um zu erfahren, wie der erste Berichtsprozess verlaufen ist.

Das Netzwerk „Aurora“ war einer der ersten Teilnehmer des Transparenzregisters. Das Unternehmen merkt an, dass der Prozess der Berichterstattung verständlich und benutzerfreundlich war und die Benutzeroberfläche des Systems logisch strukturiert ist. Gleichzeitig tauchten einzelne Fragen zur Klassifizierung bestimmter Arten von Treffen und Interaktionsformaten auf. Dies ist jedoch natürlich, da der Mechanismus neu ist und sich die Praxis seiner Anwendung noch entwickelt.

„Für ‚Aurora‘ ist die Berichterstattung nicht nur die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen, sondern auch eine Gelegenheit, unsere Offenheit und unsere verantwortungsvolle Haltung gegenüber der Geschäftsführung erneut zu bekräftigen. Integrität ist für unser Unternehmen keine bloße Erklärung, sondern eine Grundhaltung. Genau deshalb betrachten wir die gesetzliche Regelung des Lobbyismus und die Einführung des Registers als einen wichtigen Schritt zur Schaffung zivilisierter und offener Regeln für die Interaktion zwischen Wirtschaft und Staat“, erklärt Inna Boichuk, Direktorin für Unternehmensangelegenheiten der Multimarktkette „Aurora“.

Auch die Europäische Wirtschaftsvereinigung bewertet die Einführung des Systems insgesamt positiv, weist jedoch auf technische Einschränkungen hin.

„Das Verfahren zur Berichterstattung ist verständlich, doch für Organisationen mit einer großen Anzahl von Lobbying-Themen und Treffen wird der Prozess erschwert.

Derzeit müssen alle Daten manuell eingegeben werden, da das System das Hochladen von Informationen aus internen Datenbanken oder Excel-Dateien nicht zulässt“, erklärt Viktoria Kulikova, Leiterin der Abteilung für Ausschüsse der European Business Association.

Ähnliche Erfahrungen werden auch vom Verband ukrainischer Unternehmer beschrieben. Dort wird angemerkt, dass das Berichtsformular verständlich ist und das System selbst stabil funktionierte. Gleichzeitig weist der Verband auf einige Mängel hin: Im öffentlichen Teil des Registers werden Führungskräfte nicht immer als Lobbyisten ausgewiesen, obwohl sie bei der Erstellung eines Auszugs sichtbar sind, was bei Kontrollen zu Verwirrung führen kann. Zudem erwartet die Wirtschaft klarere Erläuterungen seitens der NAZK dazu, welche Art von Anfragen oder Kommunikationen mit staatlichen Stellen als Lobbyarbeit gelten.

Es sei angemerkt, dass derzeit 161 Lobbyisten im Transparenzregister registriert sind.

https://opendatabot.ua/analytics/lobby-2025