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Im Zoo „XII Mesyatsiv“ in der Nähe von Kiew wurde ein seltenes schwarzes Leopardenjunges geboren

Im Zoo „XII Monate“ in der Nähe von Kiew wurde ein Jungtier eines fernöstlichen Leoparden mit Melanismus geboren – einer seltenen schwarzen Färbung, die für diese Unterart untypisch ist. Das Weibchen namens Hera kam am 20. August 2025 zur Welt, doch erst jetzt wurde öffentlich darüber berichtet – nachdem das Tier die gefährlichste Phase der ersten Lebensmonate überstanden hatte. Dies teilte der Direktor und Gründer des Zoos, Mykhailo Pinchuk, in einem exklusiven Kommentar gegenüber der Agentur „Interfax-Ukraine“ mit.

„Das ist ein sehr seltener Fall. Heras Eltern sind gewöhnliche fernöstliche Leoparden, gelb mit schwarzen Flecken. Die schwarze Färbung ist ein rezessives Gen, das über Generationen hinweg nicht zum Ausdruck kommen kann. Nur wenn es sowohl bei der Mutter als auch beim Vater vorhanden ist, kann ein solches schwarzes Jungtier geboren werden“, sagte Pinchuk.

Ihm zufolge war gerade das Erscheinen eines schwarzen Leopardenjungen bei der fernöstlichen Unterart für den Park eine echte Überraschung. Der Direktor erklärte, dass in der Natur schwarze fernöstliche Leoparden praktisch nicht beobachtet wurden, was insbesondere mit den Besonderheiten ihres Lebensraums zusammenhängt. Während eine dunkle Färbung im Dschungel von Vorteil sein kann, macht sie das Raubtier auf offenen, verschneiten Flächen im Gegenteil zu auffällig.

Im Park heißt es, dass man zunächst gar nicht sofort das Ausmaß des Ereignisses begriffen habe, da niemand eine solche Geburt gerade von diesem Tierpaar erwartet habe. Gleichzeitig habe man sich nicht sofort entschlossen, öffentlich über Hera zu berichten. Der Grund dafür sei ihr schwieriger Start ins Leben.

Wie Pinchuk berichtete, wurde bei dem Jungtier in den ersten Wochen nach der Geburt eine bakterielle Erkrankung festgestellt. Deshalb musste das Leopardenjunges von der Mutter getrennt und behandelt werden. Außerdem stellte sich später heraus, dass das Tier in der Höhle der Mutter Stroh verschluckt hatte und kleine Strohhalme in den Nasen-Rachen-Raum gelangt waren, was den Zustand verschlimmerte.

Den Namen Gera, so der Direktor, gaben ihr die Tierärzte des Parks. Heute ist sie bereits aktiv, entwickelt sich gut, klettert auf Bäume, spielt und zeigt durchaus ausgeprägte Jagdinstinkte. Auf ihrem Speiseplan steht bereits Fleisch, insbesondere Rindfleisch und Wachteln, und das Tier selbst zeigt trotz seiner Verspieltheit bereits den Charakter eines echten Raubtiers.

Pinchuk erzählt lächelnd, dass Gera mit zunehmendem Alter so energiegeladen geworden ist, dass all ihre Spiele immer mehr einem Training für die zukünftige Jagd ähneln.

„Der Unterschied zwischen dem Gassi gehen mit einem Hund und Gera (dem Leoparden) besteht darin, dass nicht du sie führst, sondern sie dich. Wohin sie will, dorthin musst du ihr folgen. Wenn sie beschlossen hat, dass wir heute in den Wald gehen – dann gehen wir in den Wald. Wenn sie auf Felsen spazieren gehen will – gehen wir auf Felsen spazieren“, erzählte der Gründer des Zoos, Mykhailo Pinchuk.

In den ersten Monaten wurde Gera nur in geschlossenen und sicheren Bereichen ausgeführt. Im Winter ließ man sie in das große Orang-Utan-Gehege, und später begann man, sie früh morgens oder spät abends, wenn noch keine Besucher da waren, an der Leine durch das Zoogelände zu führen. Nach Angaben des Direktors ist das Leopardenjunge sehr schnell erwachsen geworden: War es vor kurzem noch ein winziges Kätzchen, so ist es nun bereits ein ernstzunehmender junger Raubtier mit scharfen Zähnen, Krallen und den Gewohnheiten eines Jägers. Genau deshalb müssen die Mitarbeiter des Parks nach ihren Spielen beschädigte Kleidung wechseln und manchmal sogar die gesamte Umgebung erneuern.

Gleichzeitig ist Geras Geschichte nicht nur eine erfreuliche Nachricht für den Zoo, sondern auch ein Symbol dafür, wie der Park versucht, sich während eines umfassenden Krieges über Wasser zu halten. Pinchuk betonte, dass die Hauptaufgabe von „XII Monate“ heute nicht in der Entwicklung oder Erweiterung liege, sondern im bloßen Überleben bis zum Ende des Krieges.

„Wir gehen derzeit von dem Konzept aus, dass wir bis zum Ende des Krieges überleben müssen. Um nichts anderes geht es. Die Besucherzahlen sind im Vergleich zu den Vorkriegsjahren wohl um das Fünffache zurückgegangen“, sagte er.

Nach Angaben des Direktors hat der Park nach der durchlebten Besetzung der Region Kiew sein Sicherheits- und Versorgungssystem komplett überdacht. Waren früher Gasheizkessel das Hauptsystem, so wurde im Zoo nun ein mehrstufiges Reservesystem eingerichtet: alternative Wärmequellen, ein großer Notstromgenerator für den gesamten Park und separate Generatoren für jedes Gebäude, in dem Tiere leben. All dies dient einem einzigen Zweck: zu verhindern, dass die Temperatur in den Gehegen in einem kritischen Moment sinkt.

Pinchuk erklärte, dass ein Teil der Tiere, insbesondere Primaten und wärmeliebende Arten, nicht einmal für kurze Zeit in der Kälte gehalten werden kann. Primaten müssen beispielsweise bei etwa 20 Grad Wärme gehalten werden, sonst werden sie krank. Genau deshalb beginnt der Park bereits im Frühjahr, sich auf den nächsten Winter vorzubereiten – er kauft Pellets, Äste und Futter ein und überprüft die Fußbodenheizung, die Generatoren und die gesamte Infrastruktur.

Tatsächlich, so der Direktor, sei das heutige Betriebsmodell des Zoos eine ständige Vorbereitung auf eine neue Krise. Und während solche Maßnahmen in Friedenszeiten als übertriebene Vorsichtsmaßnahme erschienen, sind sie seit 2022 zu einer Grundvoraussetzung für das Überleben geworden.

Pinchuk ging auch gesondert auf die finanzielle Situation ein. Er betonte, dass die Kasse – also die Eintrittskarten der Besucher – praktisch die einzige stabile Einnahmequelle des Parks bleibt. Systematische staatliche Unterstützung oder nennenswerte internationale Hilfe gebe es für den Zoo seiner Aussage nach nicht.

„Unsere Besucher helfen uns. Wer zu uns kommt und eine Eintrittskarte kauft, hat uns automatisch geholfen. Wir bitten nicht so sehr um Spenden, sondern vielmehr darum, dass die Leute zu uns kommen“, sagte er.

Nach Angaben des Parkgründers gibt es zwar Hilfe von engagierten Menschen, jedoch in deutlich geringerem Umfang als zu Beginn der groß angelegten Invasion, als die Geschichte des Zoos unter der Besatzung viele Ukrainer besonders stark berührte. Heute, so sagt er, sei das verständlich, denn das Land habe viel dringlichere Bedürfnisse, und die Priorität der Menschen liege weiterhin bei der Armee und der Front.

Gleichzeitig ist der Park gezwungen, auch die Eintrittspreise zu überdenken. Derzeit kostet eine Erwachsenenkarte 500 UAH, eine Kinderkarte 350 UAH, doch die Preise müssen wahrscheinlich erhöht werden, da die Kosten für die Haltung einer großen Anzahl von Tieren, für Heizung, Futter und Notfallsysteme stetig steigen.

Pinchuk berichtete auch, dass man im Park derzeit versucht, nicht auf eine aktive Zucht der Tiere zu setzen. Gab es früher offene Grenzen und die Möglichkeit eines umfassenden Austauschs mit anderen Zoos weltweit, so erscheint die Einfuhr neuer Tiere unter Kriegsbedingungen nun zu riskant. Genau deshalb sind Neuzugänge im Park derzeit eher die Ausnahme als die Regel.

Gleichzeitig bleibt „XII Mesyatsiv“ weiterhin ein Ort, an dem man nicht nur Gera, sondern auch viele andere bedeutende und seltene Tiere sehen kann. Im Gespräch erwähnt der Direktor insbesondere Primaten, Orang-Utans, große Raubtiere sowie die gesamte Infrastruktur, die speziell für die Haltung komplexer und wertvoller Arten geschaffen wurde. Genau deshalb ist jede Geburt hier nicht nur eine Neuigkeit für die Besucher, sondern das Ergebnis der komplexen täglichen Arbeit eines großen Teams aus Tierärzten, Tierpflegern und Betreuern.

Ein separates Gesprächsthema war auch das Verhalten der Tiere während des Krieges. Laut Pinchuk war die Reaktion in den ersten Tagen der groß angelegten Invasion zwar dramatisch, doch inzwischen haben sich die meisten Bewohner des Parks weitgehend an die ständigen Bedrohungen gewöhnt. Auf Explosionsgeräusche reagieren sie oft eher wie auf Donner, obwohl nahegelegene Einschläge natürlich sowohl Tiere als auch Menschen erschrecken.

Besucher können Hera bereits ab Anfang April sehen. Der Zoo hofft, dass die Geschichte des schwarzen Leopardenjungen nicht nur eine gute Nachricht für die Region Kiew ist, sondern auch ein zusätzlicher Anlass für die Menschen, in den Park zu kommen und ihn in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen.

Der Park „XII Monate“ in der Region Kiew stand 2022 unter Besatzung und arbeitet seitdem unter ständigen sicherheitspolitischen und finanziellen Herausforderungen. Die Geburt eines weiblichen Fernost-Leoparden mit Melanismus im August 2025 war für den Park ein einzigartiges Ereignis, über das erst öffentlich berichtet wurde, nachdem das Tier die kritische Überlebensphase überstanden hatte. Ab Anfang April 2026 soll Geru erstmals den Besuchern gezeigt werden.

Autorin: Olga Levkun

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