In Rumänien haben sich Berichte über gemeinsame Schritte der Sozialdemokratischen Partei (PSD) und der rechtsextremen Allianz für die Vereinigung der Rumänen (AUR) gegen die Regierung von Ilie Bolojan bestätigt. Nach Ankündigungen über den Beginn der technischen Vorbereitungen am 27. April reichten die Parteien bereits am 28. April im Parlament einen gemeinsamen Misstrauensantrag gegen das Kabinett ein.
Reuters und AP berichten, dass der Misstrauensantrag darauf abzielt, die pro-europäische Regierung von Ministerpräsident Ilie Bolojan zu stürzen, nachdem der Austritt der PSD aus der Koalition dem Kabinett die parlamentarische Mehrheit entzogen hatte.
Die Parlamentsleitung hat festgelegt, dass der Text am 29. April verlesen wird, während die Debatte und die Abstimmung am 5. Mai stattfinden sollen. Es wurde auch berichtet, dass der Text 251 Unterschriften trägt, während für die Annahme der Resolution 233 Stimmen erforderlich sind.
Die politische Bedeutung dieses Schrittes reicht weit über das parlamentarische Verfahren hinaus. Der Sturz der Regierung Bolojan könnte zu anhaltender politischer Instabilität führen, Rumäniens Bonität unter Druck setzen, die Kosten für Staatsanleihen in die Höhe treiben und den Zugang zu mehr als 10 Milliarden Euro an EU-Mitteln erschweren, die Bukarest im Rahmen der Fristen des EU-Wiederaufbauprogramms noch in Anspruch nehmen muss.
Dabei hat die PSD, obwohl sie gemeinsam mit der AUR auf den Sturz der Regierung hinarbeitet, nicht ihre Bereitschaft bekundet, mit den Rechtsextremen ein gemeinsames Kabinett zu bilden. Sowohl AP als auch Reuters betonen, dass die Sozialdemokraten eher versuchen, die Machtverhältnisse zu für sie günstigeren Bedingungen neu zu gestalten, als eine vollwertige Allianz mit der AUR einzugehen.