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China ist zum größten Investor Serbiens geworden

10 September , 2026  

Wie die serbische Wirtschaftszeitung „Parametar“ berichtet, hat sich die Investitionslandschaft Serbiens in den letzten 15 Jahren deutlich verändert. Während zu Beginn der 2010er Jahre fast unbestritten europäisches Kapital dominierte, ist China nun zum größten Investor unter den einzelnen Staaten geworden.

Im Zeitraum 2010–2025 hat Serbien rund 47,5 Milliarden Euro an ausländischen Direktinvestitionen angezogen. Allein im Zeitraum 2010–2024 entfielen auf die EU-Länder etwa 24,5 Milliarden Euro, was 56 % aller ausländischen Direktinvestitionen entspricht.

China investierte in diesem Zeitraum rund 7,17 Mrd. Euro und lag damit vor jedem einzelnen europäischen Land. Als nächste größte Kapitalquellen folgen Russland mit rund 3,15 Mrd. Euro, die Schweiz mit 2,52 Mrd. Euro, Großbritannien mit 2,14 Mrd. Euro und die USA mit rund 1 Mrd. Euro.

Dabei erfolgte der chinesische Aufschwung faktisch in den letzten acht Jahren. Rund 96 % der chinesischen Investitionen in den Jahren 2010–2023 entfielen auf den Zeitraum nach 2016. Im Jahr 2022 investierte China rund 1,38 Mrd. Euro, im Jahr 2023 – 1,37 Mrd. Euro und im Jahr 2024 bereits 1,63 Mrd. Euro.

Der Hauptunterschied des chinesischen Kapitals liegt in der Konzentration auf große Industrieanlagen.

HBIS kontrolliert das Hüttenwerk in Smederevo, Zijin ist zu einem Schlüsselakteur im Kupfer- und Goldkomplex von Bora geworden, und Linglong hat in Zrenjanin ein Reifenwerk errichtet. HBIS Serbia und Serbia Zijin Copper zählen zugleich zu den größten Exporteuren des Landes.

Allerdings ist es noch verfrüht zu behaupten, dass China Europa aus Serbien verdrängt habe. Die Gesamtinvestitionen der EU übersteigen die chinesischen um etwa das 3,4-Fache. Das europäische Kapital verteilt sich auf Tausende von Unternehmen, Banken, Handelsketten und Produktionsstätten, während die chinesischen Investitionen viel stärker auf einige wenige gigantische Projekte konzentriert sind.

Ein weiterer wichtiger Trend: Der Investitionsboom hat sich verlangsamt. Nach einem Rekordwert von 5,23 Milliarden Euro an ausländischen Direktinvestitionen im Jahr 2024 ging der Zufluss im Jahr 2025 um etwa ein Drittel auf 3,48 Milliarden Euro zurück.

Infolgedessen hat sich in Serbien eine Art zweistufiges Investitionsmodell herausgebildet: Die EU bleibt als Wirtschaftsblock der Investor Nr. 1, während China bereits zum Investor Nr. 1 unter den einzelnen Ländern geworden ist. Tatsächlich spiegelt die Struktur der ausländischen Investitionen zunehmend die multivektorale Außenwirtschaftspolitik Belgrads wider.

https://www.parametar.rs/