Der Bürgermeister von Barcelona, Jaume Collboni, hat vorgeschlagen, Nicht-EU-Bürgern den Kauf von Zweitwohnungen in der Stadt zu verbieten, um die spekulative Nachfrage vor dem Hintergrund der anhaltenden Wohnungskrise zu bekämpfen. Dies betrifft vor allem Käufer, die Immobilien nicht zum Zwecke des dauerhaften Wohnens, sondern als Investitionsobjekt erwerben. Collboni selbst erklärte im Februar, dass er, wenn es in seiner Macht stünde, Briten, Amerikanern und anderen Nicht-EU-Bürgern den Kauf von Zweitwohnungen in der katalanischen Hauptstadt verbieten würde.
Derzeit handelt es sich dabei jedoch nur um eine politische Initiative und nicht um eine verabschiedete Regelung. Parallel dazu kündigte die spanische Regierung bereits im Januar 2025 auf nationaler Ebene ihre Absicht an, die Bedingungen für den Kauf von Wohnraum für Nicht-EU-Bürger drastisch zu verschärfen und die Steuerbelastung für sie auf 100 % des Objektwertes zu erhöhen. Diese Maßnahme ist ebenfalls noch ein Vorschlag und muss noch gesetzlich verankert werden.
Die Initiative Barcelonas fügt sich in eine breitere Linie der Stadtverwaltung ein, den überhitzten Wohnungsmarkt abzukühlen. Zuvor hatte die Stadt bereits beschlossen, die Lizenzen für kurzfristige Touristenvermietungen, von denen es in Barcelona etwa 10.101 gibt, nach 2028 nicht mehr zu verlängern. Die Behörden begründen diesen harten Kurs damit, dass die durchschnittlichen Mieten in der Stadt in den letzten zehn Jahren um 68 % gestiegen sind, während die Kosten für den Kauf von Wohnraum um 38 % gestiegen sind.
Nach offiziellen Angaben von Idescat lebten Anfang 2025 in Barcelona 1.713.247 Menschen, darunter 437.663 Ausländer, was 25,55 % der Bevölkerung entspricht. Demnach gab es in der Stadt etwa 1,276 Millionen spanische Staatsbürger. Betrachtet man jedoch nicht die Staatsangehörigkeit, sondern den Geburtsort, so wurden laut dem Stadtbericht für 2024 33,6 % der Einwohner Barcelonas außerhalb Spaniens geboren, während nur 46,1 % der Bevölkerung direkt in Barcelona geboren wurden.
Die größten Diasporas in Barcelona nach Staatsangehörigkeit zu Beginn des Jahres 2025 waren die italienische (50.754 Personen), die kolumbianische (29.574), die pakistanische (24.857), chinesische (22.333), peruanische (22.105), marokkanische (19.300) und französische (18.437). Die Stadtverwaltung wies gesondert darauf hin, dass in den Statistiken über italienische Staatsbürger auch viele in Argentinien geborene Personen mit italienischem Pass enthalten sind.