Der größte registrierte Baobab Madagaskars, Tsitakakantsa, ist ins Rampenlicht gerückt, nachdem in den sozialen Medien berichtet wurde, dass der Baum in den nächsten zwei bis drei Jahren absterben könnte.
Nach Angaben der Datenbank Monumental Trees handelt es sich bei Tsitakakantsa um einen Grandidier-Baobab (Adansonia grandidieri) in der Nähe von Andombiry in der Region Atsimo-Andrefana im Südwesten Madagaskars. Im Januar 2021 betrug der Stammumfang in 1,3 m Höhe 28,82 m und die Höhe etwa 15 m. In der Rangliste von Monumental Trees wird er als der dickste registrierte Grandidier-Baobab auf Madagaskar geführt.
In den letzten Tagen tauchten in englisch- und französischsprachigen sozialen Netzwerken Berichte auf, wonach Tsitakakantsa „stirbt“ und innerhalb von zwei bis drei Jahren vollständig verfallen könnte. Darin heißt es, dass der Baum einen seiner großen Äste verloren habe, was bei alten Baobabs ein Anzeichen für fortschreitenden Verfall sein könne. Unter den gefundenen Primärquellen gibt es jedoch keine offizielle Erklärung der madagassischen Parkverwaltung, keinen wissenschaftlichen Artikel und keine Mitteilung einer Fachinstitution, die genau diesen Zeitrahmen für das Absterben des Baumes bestätigen würde.
Die Grandidier-Affenbrotbäume sind endemisch in Madagaskar und gehören zu den vom Aussterben bedrohten Arten. Kew Gardens weist darauf hin, dass die Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen in Madagaskar ihr Aussterben bedroht.
In der Geschichte der größten Baobabs Madagaskars gab es bereits ähnliche Fälle. Bis 2018 galt ein anderer heiliger Baobab – Tsitakakoike, der ebenfalls zur Art Adansonia grandidieri gehört – als der größte lebende Baobab. Laut Guinness World Records wuchs er in der Nähe von Andombiro im Ambiky-Wald, war 14,6 m hoch und hatte einen Umfang von etwa 455 Kubikmetern, stürzte jedoch 2018 um.
Wissenschaftler führen die Anfälligkeit alter Baobabs auf eine Kombination verschiedener Faktoren zurück: Alter, Dürren, steigende Temperaturen, Waldzerstörung, Brände und Veränderungen der Landschaft rund um die Bäume. Für Madagaskar ist dies ein besonders sensibles Thema, da die Insel das Ursprungs- und Diversitätszentrum der Baobabs ist: Eine 2024 veröffentlichte Studie weist darauf hin, dass gerade Madagaskar als Ursprungszentrum der heutigen Baobab-Linien angesehen werden sollte.
Baobabs werden auf der Insel oft als heilige Bäume angesehen, und ihr lokaler Name „renala“ wird mit „Mutter des Waldes“ übersetzt.