Wie Fixygen berichtet, war die vergangene Woche auf dem Kryptomarkt von hoher Volatilität geprägt: Der Konflikt im Nahen Osten, steigende Ölpreise und ein stärker werdender Dollar übten Druck auf die Kurse aus, doch zu Beginn der neuen Woche konnte sich Bitcoin nahe der 70.000-Dollar-Marke halten und seine Verluste teilweise wieder wettmachen. Stand 23. März notierte Bitcoin bei rund 70.800 $, Ethereum bei rund 2.160 $
Nach Ansicht von Fixygen blieb die Geopolitik in dieser Woche der entscheidende externe Faktor für den Kryptomarkt. Reuters berichtete, dass die Verschärfung der Lage rund um die Straße von Hormus und der Sprung des Brent-Preises über 113 US-Dollar pro Barrel die globale Risk-Off-Stimmung verstärkt, den Dollar gestützt und die Befürchtungen geschürt hätten, dass die Fed ihre restriktive Politik länger beibehalten könnte. Für Kryptowährungen bedeutete dies zunehmende Nervosität und eine engere Korrelation mit anderen Risikoanlagen.
Ein weiterer negativer Faktor für den Sektor war die regulatorische Unsicherheit in den USA. Citigroup senkte letzte Woche die 12-Monats-Ziele für Bitcoin und Ether und verwies dabei auf die Verzögerungen bei der amerikanischen Krypto-Gesetzgebung, vor allem rund um den CLARITY Act und die Vorschriften für Stablecoins. Nach Einschätzung der Bank schwächt das Ausbleiben rascher regulatorischer Fortschritte die Erwartungen auf neue institutionelle Impulse.
Vor diesem Hintergrund erlebte der Markt am Wochenende und am Montag starke Schwankungen. Laut Reuters und Marktberichten gaben Krypto-Assets zunächst aufgrund zunehmender Spannungen nach, erholten sich dann aber wieder, nachdem Signale auf eine mögliche Pause in der weiteren Eskalation zwischen den USA und dem Iran deuteten. Barron’s berichtete, dass Bitcoin über 70.000 $ stieg, während Investors.com auf einen intraday-Sprung über 71.000 $ nach Nachrichten über eine vorübergehende Verschiebung der Angriffe hinwies.
Letztendlich war das Hauptmerkmal der Woche nicht eine Veränderung des langfristigen Trends, sondern ein starker Anstieg der Sensibilität des Kryptomarktes gegenüber makroökonomischen Faktoren. Wurden digitale Vermögenswerte früher oft als isolierte Anlageklasse betrachtet, reagieren sie nun immer deutlicher auf den Dollar, Renditen, Energiepreise und politische Risiken.
Die Basisprognose von Fixygen für die kommenden Wochen lautet: Beibehaltung einer breiten Seitwärtsbewegung mit hoher intraday-Volatilität. Für Bitcoin scheint der Korridor um 68.000–72.000 USD die entscheidende Zone zu sein: Ein Verharren oberhalb dieser Marke würde das Stabilisierungsszenario stützen, während eine neue Eskalationswelle im Nahen Osten oder verstärkte Erwartungen hinsichtlich einer Zinserhöhung durch die Fed den Markt in eine tiefere Korrektur zurückwerfen könnten. Dies ist eine Schlussfolgerung auf der Grundlage der aktuellen Faktorenkonstellation – Öl, Dollar und Zinserwartungen.
Für Ethereum sieht das Bild schwächer aus als für Bitcoin: Der Vermögenswert reagiert weiterhin empfindlicher auf einen Rückgang der Risikobereitschaft und auf eine Verlangsamung des Zuflusses institutionellen Kapitals. Sollte die regulatorische Agenda in den USA weiterhin ins Stocken geraten, wird Ether wahrscheinlich hinter Bitcoin zurückbleiben und unter starkem Druck handeln. Diese Schlussfolgerung steht im Einklang mit der Prognoseanpassung der Citigroup, die ihr Kursziel für Ethereum stärker gesenkt hat als das für Bitcoin.
In einem positiveren Marktszenario könnten eine Deeskalation im Nahen Osten, eine Abschwächung des Dollars und die Rückkehr von Erwartungen hinsichtlich einer Lockerung der Fed-Politik als Auslöser dienen. Dann könnte der Kryptomarkt schnell zu einer Erholung übergehen, da die Liquidität und die spekulative Nachfrage in diesem Sektor weiterhin hoch sind. Doch bislang wird der Markt weniger von internen Krypto-Nachrichten als vielmehr von der globalen Makro- und Geopolitik bestimmt.