Einer der größten Akteure auf dem ukrainischen Getreidemarkt, die SP Nibulon LLC, hat eine neue Phase der humanitären Minenräumungsinitiative eingeleitet und eine Vereinbarung mit der deutschen Organisation DEG Impulse gGmbH über eine Finanzierung in Höhe von 7,8 Millionen Euro unterzeichnet, teilte das Unternehmen auf Facebook mit.
Dem Bericht zufolge werden die Mittel im Rahmen des Programms develoPPP für die Minenräumung im Meer und in Binnengewässern im Süden der Ukraine verwendet. Das Projekt sieht den Bau einer 90 Meter langen Meeresplattform in der eigenen Werft von Nibulon vor, die mit modernen unbemannten Unterwassersystemen (ROV, AUV und UUS) zur Reinigung der Wasserstraßen ausgestattet ist.
Nach Schätzungen des Unternehmens wird die Umsetzung des Projekts die Räumung von mehr als 10 km² Wasserfläche in den Regionen Mykolajiw und Cherson sowie die zusätzliche Säuberung von mehr als 13,6 Tausend Hektar landwirtschaftlicher Fläche ermöglichen. Dadurch kann die sichere Arbeit von mehr als 200 landwirtschaftlichen Betrieben wieder aufgenommen und eine jährliche Produktion von mehr als 70 Tausend Tonnen Getreide sichergestellt werden.
Darüber hinaus umfasst die Initiative die Einrichtung eines technischen Servicezentrums, den Aufbau einer mobilen Infrastruktur für schnelle Reaktionen und die Ausbildung von mehr als 60 Fachkräften (Soldaten, Operatoren und Taucher). Die Küstenbasis des Projekts wird nach den internationalen IMAS-Standards zertifiziert.
„Diese neue Phase stärkt nicht nur unsere technischen Möglichkeiten, sondern zeigt auch, wie ukrainische Unternehmen eine Führungsrolle bei der Bewältigung der Folgen des Krieges übernehmen können“, betonte Alexandra Dolzhenkova, Direktorin für Zusammenarbeit mit Behörden bei Nibulon.
Wie bereits berichtet, baut Nibulon aktiv eine eigene Abteilung für humanitäre Minenräumung auf, um die Sicherheit auf gepachteten Flächen wiederherzustellen und den Agrarsektor der Ukraine zu unterstützen. Das Unternehmen ist ein zertifizierter Minenräumdienstleister. Im Februar 2026 übernahm der Experte für internationale Missionen in Somalia und Libyen, Vsevolod Petrovsky, die Leitung der Minenräumungsabteilung von Nibulon.
Vor dem Krieg bewirtschaftete Nibulon 82.000 Hektar Land in 12 Regionen der Ukraine und exportierte landwirtschaftliche Produkte in mehr als 70 Länder weltweit. Der Getreidehändler exportierte 2021 mit 5,64 Millionen Tonnen Agrarprodukte so viel wie nie zuvor in seiner Geschichte. Nach Ausbruch des Krieges war das Unternehmen gezwungen, seinen Hauptsitz von Mykolajiw nach Kiew zu verlegen. Neben 23 Getreidespeichern verfügt Nibulon über eigene Transport- und Eisenbahnkapazitäten sowie über eine Flotte, die in der eigenen Werft gebaut wurde. Selbst in Kriegszeiten fährt diese Flotte weiterhin auf dem Dnipro, dem Donau und dem Südlichen Bug.