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Das Überkreuzen der Beine beim Sitzen schadet der Gesundheit nicht – Studie

Für die meisten Menschen stellt die Gewohnheit, mit überkreuzten Beinen zu sitzen, an sich keine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit dar. Zu diesem Schluss kommen die Autoren eines Artikels, der von ScienceAlert unter Verweis auf The Conversation veröffentlicht wurde: Ihrer Einschätzung nach belegen die vorliegenden Daten nicht, dass diese Haltung dem Rücken schadet, die Hüft- oder Kniegelenke „abnutzt“ oder Krampfadern verursacht.
Wie die Autoren anmerken, hängt das Problem meist nicht mit der Haltung selbst zusammen, sondern damit, dass man zu lange in einer Position verweilt. Gerade das lange Stillsitzen und nicht die „falsche“ Haltung an sich führt häufiger zu Steifheit, Unbehagen und Taubheitsgefühlen. Die Forscher betonen, dass sich die moderne Sichtweise auf die Körperhaltung allmählich von der Vorstellung einer einzigen „idealen“ Haltung für alle entfernt.
In dem Artikel wird gesondert auf die weit verbreitete Meinung eingegangen, dass gekreuzte Beine schädlich für den Rücken seien. Den von den Autoren angeführten Daten zufolge haben Studien zu Körperhaltung und Rückenschmerzen keine einzige universelle Sitzhaltung identifiziert, die zuverlässig vor Problemen schützen würde, und es wurde auch keine Bestätigung dafür gefunden, dass gewöhnliche Alltags-Sitzhaltungen an sich Schäden verursachen.
Eine ähnliche Schlussfolgerung wird auch in Bezug auf die Gelenke gezogen. Die Autoren weisen darauf hin, dass Knie und Hüftgelenke täglich beim Treppensteigen, Aufstehen vom Stuhl, Laufen oder Tragen schwerer Gegenstände viel größeren Belastungen ausgesetzt sind als beim Sitzen mit gekreuzten Beinen. Obwohl diese Haltung vorübergehend den Winkel in den Gelenken verändern kann, gibt es keine überzeugenden Belege dafür, dass sie zu Arthritis oder langfristigen Schäden führt.
Auch die weit verbreitete Behauptung, dass diese Gewohnheit mit Krampfadern in Verbindung steht, lässt sich nicht bestätigen. Wie in der Veröffentlichung dargelegt, hängt das Risiko für Krampfadern wesentlich stärker mit dem Alter, der Vererbung, einer Schwangerschaft, Übergewicht und bestimmten beruflichen Tätigkeiten, einschließlich langem Stehen, zusammen als mit dem Sitzen im Schneidersitz.
Dabei geben die Autoren jedoch einen Vorbehalt an: In bestimmten klinischen Situationen, beispielsweise nach einigen Operationen am Hüftgelenk, können Ärzte vorübergehend empfehlen, diese Haltung zu vermeiden. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie für alle schädlich ist. Die wichtigste praktische Schlussfolgerung der Übersicht lautet: Wichtiger als eine „ideale Körperhaltung“ sind regelmäßige Haltungswechsel, Bewegung und das Vermeiden von zu langem Sitzen in derselben Position.