Business news from Ukraine

Business news from Ukraine

Gehen kann dem Gehirn helfen, sich durch Flüssigkeitsbewegung zu „entlasten“ – Studie

Gehen und andere einfache Körperbewegungen können die Flüssigkeitszirkulation im Gehirn fördern und ihm möglicherweise dabei helfen, Stoffwechselprodukte abzutransportieren, heißt es in einer Studie, die in der Fachzeitschrift „Nature Neuroscience“ veröffentlicht wurde.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern untersuchte die Bewegung des Gehirns bei wachen Mäusen mithilfe von Hochgeschwindigkeits-Zwei-Photonen-Mikroskopie. Die Forscher stellten fest, dass sich das Gehirn bei Bewegung leicht innerhalb des Schädels verschiebt, wobei dieser Prozess nicht eng mit der Atmung oder dem Herzrhythmus verbunden ist, sondern mit der Kontraktion der Bauchmuskeln während der Bewegung.

Den Autoren der Studie zufolge erzeugt die Kontraktion der Bauchmuskulatur einen mechanischen Druck, der über die Gefäßverbindungen zwischen Bauch, Wirbelsäule und zentralem Nervensystem an das Gehirn weitergeleitet wird. Die Wissenschaftler beschreiben diesen Mechanismus als eine Art „hydraulische“ Verbindung: Körperbewegungen und Muskelanspannungen können Mikrobewegungen des Gehirns auslösen und die Bewegung der Rückenmarks- und Interzellularflüssigkeit beeinflussen.

Simulationen haben gezeigt, dass solche sanften Bewegungen des Gehirns dazu beitragen können, die interzelluläre Flüssigkeit aus dem Hirngewebe in den Subarachnoidalraum abzuleiten. Die Autoren betonen, dass sich die Richtung dieses Flusses von der unterscheidet, die während des Schlafs beobachtet wird, wenn das sogenannte glymphatische System, das für die Reinigung des Gehirns von Stoffwechselprodukten zuständig ist, aktiver arbeitet.

Die populärwissenschaftliche Publikation ScienceDaily verweist auf diese Studie und stellt fest, dass die Kontraktion der Bauchmuskeln bei Bewegung die Zirkulation der Rückenmarksflüssigkeit unterstützen kann, was bedeutet, dass einfache körperliche Aktivität potenziell mit der Erhaltung der Gehirngesundheit in Verbindung stehen könnte. Einer der Autoren der Studie, Patrick Drew, erklärte, dass Körperbewegung ein wichtiger physiologischer Mechanismus sein könnte, der über eine mechanische Verbindung zur Bauchhöhle auf das Gehirn einwirkt.

Dabei beweist die Studie nicht, dass Gehen das menschliche Gehirn direkt „reinigt“ oder neurologische Erkrankungen heilt. Die Studie wurde an Mäusen durchgeführt, und Schlussfolgerungen auf den Menschen erfordern weitere Untersuchungen. Sie zeigt jedoch einen möglichen biologischen Mechanismus auf, durch den gewöhnliche körperliche Aktivität nicht nur für Herz, Gefäße und Muskeln, sondern auch für den Flüssigkeitshaushalt im Gehirn von Nutzen sein kann.

Für die Medizin und den Wellness-Markt ist dies wichtig, da das Gehen nach wie vor eine der zugänglichsten Methoden zur Erhaltung der Gesundheit ist. Im Gegensatz zu komplexen Trainingsprogrammen erfordert es keine Geräte, keine besonderen Bedingungen und keine hohe körperliche Fitness. Sollten zukünftige Studien einen ähnlichen Mechanismus beim Menschen bestätigen, könnte regelmäßiges Gehen eine weitere wissenschaftliche Erklärung als Mittel zur Vorbeugung kognitiver Beeinträchtigungen und zur Aufrechterhaltung der normalen Gehirnfunktion erhalten.

In der Studie heißt es außerdem, dass die Bewegung des Gehirns beim Gehen eine sehr geringe Amplitude aufweist – es handelt sich um mikroskopische Verschiebungen, die nicht spürbar sind. Doch genau solche mechanischen Schwingungen könnten ausreichen, um die Bewegung der Flüssigkeit im Hirngewebe zu beeinflussen.

Die zentrale Schlussfolgerung der Studie lautet, dass das Gehirn nicht vollständig vom Rest des Körpers isoliert ist, wie dies früher oft angenommen wurde. Es ist mechanisch mit den Bewegungen des Körpers verbunden, und die Kontraktionen der Bauchmuskeln beim Gehen und anderen Aktivitäten können Teil eines Systems sein, das dabei hilft, Flüssigkeiten im und um das Gehirn herum zu transportieren.

,