Business news from Ukraine

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Ukrainische Städte werden nicht unter den widerstandsfähigsten Städten genannt, New York führt das Ranking erneut an

Im aktuellen Savills Resilient Cities Index 2026 werden ukrainische Städte nicht unter den nachhaltigsten Städten der Welt genannt. In dem von Savills veröffentlichten Bericht sind erneut New York, Tokio, London und Seoul die Spitzenreiter, die im Vergleich zur vorherigen Ausgabe des Index ihre ersten vier Plätze behalten haben.
Savills definiert die Resilienz einer Stadt als die Fähigkeit, gleichzeitig Wirtschaftswachstum zu fördern, sich an soziale und ökologische Herausforderungen anzupassen und für Investoren, Bauträger, Unternehmen und Einwohner attraktiv zu bleiben. Der Index basiert auf vier großen Bewertungsbereichen: wirtschaftliche Grundlagen, Wissenswirtschaft und Technologie, ESG-Parameter sowie der Immobilienmarkt.
Laut Savills dominieren weiterhin die größten Metropolen der Welt die Spitze des Rankings, da gerade ihre Größe ihnen Vorteile in Form von Kapitalkonzentration, Talenten, Innovationen und Liquidität auf dem Immobilienmarkt verschafft. Neben den vier Spitzenreitern ist San Francisco, das auf den fünften Platz vorgerückt ist, ein deutlicher Gewinner der neuen Ausgabe, während unter den europäischen Städten Dublin eine besonders starke Dynamik zeigte, das Savills gesondert als eine der Städte hervorhebt, die sich in den Top 20 am deutlichsten gefestigt haben.
Dabei werden ukrainische Städte im Text von Savills nicht erwähnt. Weder Kiew, noch Lemberg, noch Odessa, noch Dnipro kommen im Text vor; der Schwerpunkt liegt vielmehr auf den globalen Metropolen der USA, Europas und Asiens sowie auf der steigenden Attraktivität einiger Städte Südeuropas.
Eine der wichtigsten Schlussfolgerungen von Savills 2026 war der Aufschwung Südeuropas. Das Unternehmen weist ausdrücklich darauf hin, dass Städte in Spanien, Italien, Portugal und Griechenland seit 2024 im Durchschnitt um 36 Plätze aufgestiegen sind. Besonders hervorgehoben werden Madrid und Barcelona, deren Wachstum Savills mit einem starken Tourismus, einer verbesserten Wirtschaftstätigkeit, sinkender Arbeitslosigkeit und einer höheren Konsumnachfrage in Verbindung bringt.
Für die Ukraine bedeutet das Fehlen von Städten im Fokus von Savills, dass das Land vorerst außerhalb des Hauptinteresses der globalen Investitionsanalytik zur Nachhaltigkeit von Städten bleibt. Dies sagt nicht unbedingt etwas über das schwache Zukunftspotenzial ukrainischer Metropolen aus, zeigt jedoch, dass sich internationale Berater bislang auf Städte mit stabilen Statistiken, einem vorhersehbaren Investitionsumfeld und großen, ausgereiften Immobilienmärkten konzentrieren.
Aus praktischer Sicht ist ein solches Ranking für Kiew und andere ukrainische Städte wichtig als Orientierungshilfe dafür, welche Parameter heute für globale Investoren als entscheidend gelten: die Qualität des städtischen Umfelds, die technologische Basis, der ESG-Ansatz, die Tiefe des Immobilienmarktes und die Fähigkeit der Stadt, sich an langfristige Schocks anzupassen. In diesem Sinne wird die künftige Wettbewerbsfähigkeit ukrainischer Städte nach dem Krieg nicht nur vom Umfang des Wiederaufbaus abhängen, sondern auch davon, inwieweit dieser in ein modernes Modell nachhaltiger Stadtentwicklung eingebettet ist.
Der Savills Resilient Cities Index 2026 wurde im März 2026 veröffentlicht und basiert nach Angaben des Unternehmens auf einer Analyse, die im Januar und Februar 2026 durchgeführt wurde. Savills weist darauf hin, dass der Index bereits im siebten Jahr in Folge erscheint und als Maßstab für die Bewertung der Resilienz von Städten aus Investitions- und Immobilienperspektive dient.