Der griechische Immobilienmarkt zeigt im Jahr 2026 Anzeichen einer Abkühlung nach einer achtjährigen Phase steigender Preise, berichtet die Bank von Griechenland.
Nach vorläufigen Angaben der Bank von Griechenland verlangsamte sich das jährliche Preisanstieg bei Wohnungen im Land im ersten Quartal 2026 auf 5,7 %. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 verteuerten sich Immobilien im Durchschnitt um 8,1 %, und im Jahr 2024 betrug der Anstieg 9,1 %.
Trotz der Verlangsamung werden griechische Immobilien weiterhin teurer und bleiben einer der aktivsten Märkte Südeuropas. Die Nachfrage wird durch den Tourismus, ausländische Käufer, das Programm für Investitionsaufenthalte, das begrenzte Angebot an hochwertigem Wohnraum und die wirtschaftliche Erholung nach der Schuldenkrise gestützt.
Nach Angaben der griechischen Zeitung Proto Thema zeigt der Markt bereits erste Anzeichen einer Stabilisierung: Verkäufer sind verhandlungsbereiter, das Preistempo verlangsamt sich, und in einzelnen Segmenten ist eine Anpassung der Erwartungen der Eigentümer zu beobachten. Im Jahr 2026 war zudem ein leichter Rückgang der Grundstückspreise im ganzen Land zu verzeichnen – um 1,7 % im Jahresvergleich.
Am stabilsten bleibt die Nachfrage in Athen, Thessaloniki, auf den Inseln und in beliebten Küstenregionen. Dabei wird der Markt selektiver: Käufer prüfen die Lage, den Zustand der Immobilie, das Vermietungspotenzial und die Renovierungskosten genauer.
Einer der Faktoren für die Abkühlung ist die Änderung der Bedingungen des „Golden-Visa“-Programms. Griechenland hat die Investitionsschwellen in den gefragtesten Gebieten angehoben, darunter Athen, Thessaloniki, Mykonos, Santorin und Inseln mit mehr als 3.100 Einwohnern. Dies hat die Nachfrage nach Standardwohnungen in teuren Lagen teilweise gedämpft und das Interesse an Sanierungs- und Sanierungsprojekten sowie an alternativen Regionen verstärkt.
Gleichzeitig steht der Markt vor dem Problem der Wohnraumerschwinglichkeit für Einheimische. Der Anstieg der Preise und Mieten in Athen und anderen Großstädten hat in den letzten Jahren das Einkommenswachstum der Bevölkerung überholt. Reuters hatte zuvor berichtet, dass der Wohnungsmangel in den großen Städten Griechenlands auf etwa 180.000 Einheiten geschätzt wird, während Kurzzeitvermietungen und ausländische Investitionen den Druck auf den Markt verstärken.
Nach Angaben des Global Property Guide setzte die Erholung des Marktes nach dem Auslaufen des Finanzhilfeprogramms für Griechenland ein und setzte sich nach der Pandemie fort, als die Nachfrage durch Wirtschaftswachstum, Tourismus, die Rückkehr der Hypothekenkredite und ausländisches Kapital gestützt wurde.
Ausländische Käufer bleiben ein wichtiger Faktor auf dem griechischen Markt. Nach Angaben von RE/MAX Greece sind in Attika, einschließlich Athen und der Athener Riviera, Israelis die führenden ausländischen Käufer, gefolgt von Türken und Libanesen; auch Käufer aus China und der Ukraine sind deutlich vertreten.
In Thessaloniki nehmen Israelis ebenfalls den ersten Platz unter den ausländischen Käufern ein, und zu den Top 5 gehören Bürger aus Bulgarien, Deutschland, der Türkei und Albanien. In den übrigen Regionen Griechenlands bilden Deutsche die größte Gruppe ausländischer Käufer, gefolgt von Bulgaren und Franzosen sowie Käufern aus Israel und der Türkei.