Der Markt für Wohnimmobilien in der Türkei verzeichnet weiterhin ein nominales Preiswachstum, doch unter Berücksichtigung der Inflation wird Wohnraum faktisch weiter günstiger, wie aus Marktdaten hervorgeht.
Nach Angaben von Analysten hat der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Wohnraum landesweit 40,486 Tausend türkische Lira oder rund 872 US-Dollar erreicht. Der durchschnittliche Wert eines Wohnimmobilienobjekts wird auf etwa 5,02 Mio. Lira oder rund 108,1 Tausend US-Dollar geschätzt.
Nominal sind die Wohnungspreise im Jahresvergleich um 23,8% gestiegen. Nach Bereinigung um die Inflation fiel die reale Dynamik jedoch ins Minus und betrug etwa 6,5%.
Die offiziellen Statistiken der Zentralbank der Türkei bestätigen diesen Trend. Im Mai 2026 stieg der Preisindex für Wohnimmobilien nominal um 1,7% gegenüber dem Vormonat und um 24,5% gegenüber dem Vorjahr, ging real jedoch um 6,1% zurück.

Das bedeutet, dass für Käufer und Investoren ein Preisanstieg in Lira nicht gleichbedeutend mit einem Anstieg des Wertes des Vermögenswerts ist. Vor dem Hintergrund hoher Inflation können Immobilien in der Landeswährung teurer erscheinen, verlieren jedoch real an Kaufkraft.
Die durchschnittliche Amortisationsdauer von Wohnraum durch Vermietung wird in der Türkei derzeit auf etwa 13 Jahre geschätzt. Allerdings unterscheidet sich die Situation je nach Region stark. In Großstädten und Ferienstandorten sind die Wohnungspreise häufig schneller gestiegen als die Mietpreise, weshalb die Rendite solcher Objekte sinkt.
Besonders deutlich ist diese Lücke in beliebten Tourismusregionen, darunter Muğla und Teile der Küste, wo die Kosten für Grundstücke und Wohnraum hoch bleiben, während die Mieten nicht immer mit den Verkaufspreisen Schritt halten. In solchen Lagen erfordert der Kauf von Immobilien zunehmend nicht nur die Berechnung potenzieller Einnahmen, sondern auch die Bewertung der Liquidität des Objekts, der Unterhaltskosten und der Währungsrisiken.
Für ausländische Käufer ist die Situation weniger eindeutig geworden. Nach dem Boom der Jahre 2021-2023 sieht der türkische Markt nicht mehr wie ein Markt mit garantiert schnellem Wachstum aus. Hohe Zinssätze, Inflation, die Abschwächung der Lira, Änderungen der Regeln für Aufenthaltsgenehmigungen und die Abkühlung der Nachfrage seitens Ausländer machen Investitionsentscheidungen komplexer.
Gleichzeitig bleibt die Türkei einer der größten Immobilienmärkte der Region. Die Nachfrage wird durch inländische Käufer, Mieter in Großstädten, Tourismusregionen sowie das Interesse an Wohnraum als Möglichkeit zum Schutz von Ersparnissen vor Inflation gestützt. Der Markt wird jedoch selektiver: Liquidität behalten vor allem hochwertige Objekte in starken Lagen.
Für Investoren besteht die wichtigste Schlussfolgerung darin, dass türkische Immobilien nicht mehr nur nach dem nominalen Wachstum in Lira bewertet werden können. Wichtiger ist es, auf die Dynamik in Fremdwährung, die reale Rendite unter Berücksichtigung der Inflation, die Unterhaltskosten, die Mietnachfrage und die Perspektive eines Weiterverkaufs zu achten.