Wie Fixygen berichtet, schließt der Kryptowährungsmarkt die aktuelle Woche mit einem Rückgang ab: Bitcoin hält sich bei rund 73.500 $, Ethereum bei etwa 2.000 $, während Investoren angesichts geopolitischer Spannungen, Mittelabflüssen aus Kryptowährungs-ETFs und vorsichtigen Erwartungen hinsichtlich der US-Zinsen ihre Risiken reduzieren.
Am 29. Mai notierte Bitcoin bei etwa 73.550 $, Ethereum bei rund 2.000 $. Im Laufe des Tages fiel BTC auf 72.560 $ und ETH auf 1.970 $, was den anhaltenden Druck auf die größten Krypto-Assets nach einer drastischen Verschlechterung der Marktstimmung widerspiegelt.
Der wichtigste externe Faktor der Woche war die Verschärfung der geopolitischen Risiken nach den US-Angriffen auf den Iran. Vor diesem Hintergrund flüchteten sich die Anleger in sicherere Anlagen, die Ölpreise stiegen, und die Erwartungen hinsichtlich einer Zinssenkung durch die Fed verschlechterten sich aufgrund eines möglichen Anstiegs des Inflationsdrucks. Für den Kryptomarkt war dies eine negative Kombination, da digitale Vermögenswerte weiterhin empfindlich auf Liquidität, Zinssätze und Risikobereitschaft reagieren.
Bitcoin bewegte sich im Wochenverlauf von einer vorsichtigen Konsolidierung bei rund 76.000 USD hin zu einem Rückgang in den Bereich von 73.000 USD. Noch am 24. Mai befand sich der Markt in einer Wartehaltung: BTC lag bei rund 76.000 USD, Ethereum bei rund 2.100 USD, und die Marktteilnehmer bewerteten den Abfluss aus ETFs sowie die Aussichten für die Regulierung digitaler Vermögenswerte in den USA. Gegen Ende der Woche verstärkte sich der Druck, und die Erholung der Nachfrage seitens institutioneller Anleger reichte nicht aus, um eine Trendwende am Markt herbeizuführen.
Ein wesentlicher Faktor waren die Zuflüsse in börsengehandelte Fonds. Nach Angaben von Farside Investors verzeichneten US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs am 26. Mai einen kumulierten Nettoabfluss von rund 648,6 Mio. $. Auch in der Vorwoche zeigten die Fonds eine negative Entwicklung: Am 19. Mai belief sich der Abfluss auf rund 331,1 Mio. USD, am 20. Mai auf 70,5 Mio. USD, am 21. Mai auf 100,9 Mio. USD und am 22. Mai auf 105,2 Mio. USD.
Nach Schätzungen des Marktes belief sich der kumulierte Abfluss aus Kryptowährungs-ETFs in den letzten zwei Wochen auf über 2,5 Mrd. USD. Dies war eines der wichtigsten Anzeichen dafür, dass institutionelle Anleger ihr Engagement in digitalen Vermögenswerten vor dem Hintergrund hoher Volatilität und Unsicherheit auf den globalen Märkten vorübergehend reduzieren.
Zusätzlichen Druck auf Bitcoin übten Großinvestoren aus. Nach Angaben der Economic Times konsolidierte sich BTC bei rund 73.600 $ vor dem Hintergrund einer zunehmenden Aktivität sogenannter „Wale“, und der Abfluss aus großen Adressen erreichte den höchsten Stand seit Februar. Ein solches Signal wird vom Markt üblicherweise als mögliche Vorbereitung großer Marktteilnehmer auf einen Verkauf oder eine Umschichtung ihrer Positionen gewertet.
Auch Ethereum stand weiterhin unter Druck. Der größte Altcoin fiel auf ein Niveau von rund 2.000 US-Dollar, und Spot-Ethereum-ETFs verzeichneten laut SoSoValue Mitte Mai mehrere Tage in Folge einen Nettoabfluss. Die Schwäche von ETH verstärkte die Vorsicht auf dem Altcoin-Markt, wo Investoren bei sinkender Liquidität ihre Positionen in der Regel schneller abbauen.
Unter den größten Kryptowährungen standen auch XRP und Solana unter Druck. Laut Barron’s fiel Ethereum vor dem Hintergrund der sich verschlechternden Rahmenbedingungen stärker als Bitcoin, während auch XRP und Solana einige Prozentpunkte einbüßten. Dies bestätigt, dass der Ausverkauf nicht punktuell, sondern breit angelegt war und sowohl Basiswerte als auch risikoreichere Marktsegmente betraf.
Ein besonderes Ereignis der Woche war die Ankündigung von Tether, mit Unterstützung der georgischen Behörden einen an den georgischen Lari gebundenen digitalen Token auf den Markt zu bringen. Das Projekt könnte eines der seltenen Beispiele für eine Zusammenarbeit zwischen einem privaten Stablecoin-Emittenten und dem Staat werden, doch die Details zur Struktur des Tokens und die Rolle der Regulierungsbehörden sind bislang noch nicht vollständig bekannt.
Somit beendet der Kryptomarkt die Woche in einer schwachen Position. Die kurzfristige Entwicklung hängt von drei Faktoren ab: der Fortsetzung oder dem Stopp des Abflusses aus ETFs, der Reaktion der Anleger auf geopolitische Risiken und den Erwartungen hinsichtlich der Zinssätze der Fed. Solange diese Faktoren dem Markt keinen nachhaltigen Impuls zur Erholung geben, verbleibt Bitcoin in einer Zone erhöhter Volatilität, während Altcoins unter stärkerem Druck stehen.
Der Kryptomarkt bleibt eines der volatilsten Segmente der globalen Finanzwelt. Bitcoin und Ethereum haben die größten Marktkapitalisierungsanteile unter den digitalen Vermögenswerten, und die Einführung von Spot-ETFs in den USA hat die Verbindung des Kryptomarktes mit den traditionellen Finanzmärkten, institutionellen Kapitalströmen und den Erwartungen hinsichtlich der Geldpolitik verstärkt.