Wie der Serbische Ökonom berichtet, stieg der Zufluss ausländischer Direktinvestitionen nach Albanien im Jahr 2025 um 3,4 % und erreichte 1,63 Mrd. Euro gegenüber 1,58 Mrd. Euro im Jahr 2024, wie die Zentralbank des Landes mitteilte. Vor dem Hintergrund sinkender ausländischer Direktinvestitionen in einer Reihe von Ländern der Region war Albanien einer der wenigen Märkte in Südosteuropa, in denen ausländische Investitionen weiter zunahmen.
Die Niederlande waren mit 201,9 Mio. Euro die größte Investitionsquelle. Es folgten Italien mit 186,9 Mio. Euro und der Kosovo mit 186,4 Mio. Euro. Diese Verteilung unterscheidet sich von der in Montenegro, wo im Jahr 2025 Serbien, die Türkei und Deutschland die größten Herkunftsländer waren.
Der wichtigste Sektor für ausländisches Kapital in Albanien ist der Immobiliensektor. Im Jahr 2025 flossen hier 560,9 Mio. Euro hinein, was etwa einem Drittel des gesamten Volumens an ausländischen Direktinvestitionen entspricht. An zweiter Stelle standen das Versicherungs- und Finanzwesen mit 291,14 Mio. Euro, an dritter Stelle der Groß- und Einzelhandel mit 161,89 Mio. Euro.
Das Beispiel Albaniens zeigt denselben regionalen Trend wie Montenegro, allerdings in größerem Maßstab: Ausländische Investoren investieren aktiv in Immobilien, insbesondere vor dem Hintergrund des wachsenden Interesses an der Küste, am Tourismus, an der Ansiedlung neuer Unternehmen und am Ausbau der Infrastruktur. Für Tirana und die Küstenstädte bedeutet dies eine Zunahme der Bautätigkeit und steigende Preise, verschärft aber gleichzeitig die Frage der Wohnraumverfügbarkeit für die lokale Bevölkerung.
Noch vor kurzem galt der albanische Markt als peripher, doch mittlerweile konkurriert er mit Montenegro, Kroatien, Griechenland und anderen südeuropäischen Destinationen um Kapital. Dabei übersteigt das Volumen der ausländischen Direktinvestitionen in Albanien das montenegrinische bereits deutlich: 1,63 Mrd. Euro gegenüber 531 Mio. Euro Nettozufluss in Montenegro.
Albaniens Stärke liegt in der Größe des Marktes und dem wachsenden Interesse an Immobilien, Tourismus, Finanzdienstleistungen und Handel. Eine Schwäche ist die hohe Konzentration der Investitionen in Sektoren, die nicht immer ein schnelles Produktivitätswachstum gewährleisten. Wie in Montenegro lautet die zentrale Frage für die langfristige Entwicklung: Wird es dem Land gelingen, das Interesse an Immobilien und Dienstleistungen in tiefgreifendere Greenfield-Projekte, Industrie, Logistik und Exportkapazitäten umzuwandeln?
Albanien festigt seine Position als einer der dynamischsten Investitionsmärkte auf dem Balkan. Doch das Wachstum durch den Immobiliensektor schafft dasselbe Dilemma wie in Montenegro: Das Geld fließt schnell, doch nachhaltige Effekte für Beschäftigung, Export und Produktivität hängen davon ab, ob im Anschluss an die Bautätigkeit komplexere Investitionsprojekte folgen.
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