Wie Serbian Economist berichtet, haben organisierte kriminelle Gruppen aus dem westlichen Balkan Verbindungen nach Venezuela und tauchen in Ermittlungen im Zusammenhang mit Kokainschmuggel auf, berichtet Radio Free Europe (RFE).
Nach Angaben von RSE gehören Netzwerke aus dem Balkan nach Einschätzung internationaler Organisationen wie Europol und Interpol zu den wichtigsten Akteuren beim Kokainhandel aus Lateinamerika nach Europa, wobei Venezuela als eines der Glieder dieser Logistikkette angesehen wird.
Sasha Djordjevic, Experte der Global Initiative against Transnational Organized Crime (GI-TOC), erklärte gegenüber RSE, dass Venezuela für den Kokainhandel als „strategischer Zugang” zum Atlantik wichtig sei, obwohl es für die Balkan-Gruppen nicht der einzige und wichtigste Stützpunkt in der Region sei.
RSE weist darauf hin, dass das Interesse an der Rolle Venezuelas im Drogenhandel nach der Festnahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro Anfang Januar zugenommen hat, der in den USA angeklagt ist und sich am 5. Januar vor einem New Yorker Gericht nicht schuldig bekannt hat.
Als eines der Beispiele nennt RSE den Fall der Festnahme des Schiffes Aressa vor der Küste von Aruba im Februar 2020 – damals wurden laut Angaben der Zeitung etwa fünf Tonnen Kokain beschlagnahmt und 11 montenegrinische Staatsbürger aus der Besatzung festgenommen; Im März 2021 verurteilte ein Gericht in Aruba sie zu Freiheitsstrafen zwischen neun und 15 Jahren. Darüber hinaus, so schreibt RSE, brachte Europol den serbischen Staatsbürger Miroslav Starčević mit dieser Geschichte in Verbindung, der im Mai 2023 zusammen mit anderen Verdächtigen festgenommen wurde. Das Verfahren in Serbien befindet sich laut Angaben der Zeitung derzeit in der gerichtlichen Prüfung.
RSE merkt auch an, dass Europol mitgeteilt habe, dass es keine direkte Zusammenarbeit mit Venezuela gebe, weshalb Informationen über eine mögliche Beteiligung balkanischer Gruppen indirekt – über die Strafverfolgungsbehörden der Länder der Region – eingeholt würden, wobei das Innenministerium Serbiens und Montenegros laut RSE vor der Veröffentlichung des Artikels nicht auf Anfragen geantwortet habe.