Die Ölpreise steigen am Mittwochnachmittag kräftig an; der Preis für Brent-Rohöl überschritt während des Handels erstmals seit Anfang Juni die Marke von 95 Dollar pro Barrel.
Der Preis für die September-Futures auf Brent an der Londoner Börse ICE Futures stieg um 13:31 Uhr um 2,83 $ (3,11 %) auf 93,84 $ pro Barrel. Zuvor hatten die Notierungen im Laufe der Sitzung 95,47 $ pro Barrel erreicht.
Die WTI-Öl-Futures mit Lieferung im September stiegen im elektronischen Handel an der New Yorker Rohstoffbörse (NYMEX) zu diesem Zeitpunkt um 2,69 US-Dollar (3,19 %) auf 87,03 US-Dollar pro Barrel.
Beide Sorten werden auf Sechs-Wochen-Höchstständen gehandelt, da Befürchtungen hinsichtlich neuer Unterbrechungen der Ölversorgung aus dem Nahen Osten bestehen.
Die USA und der Iran liefern sich weiterhin gegenseitige Angriffe, wobei die US-Streitkräfte bereits seit elf Nächten in Folge Ziele im Iran angreifen. In der vergangenen Nacht griffen US-Streitkräfte die iranischen Hafenstädte Chabahar und Konareq an der Küste des Golfs von Oman sowie das große Industriezentrum Tabriz an.
Zudem haben die jemenitischen Huthis eine Blockade der saudischen Häfen angekündigt und drohen damit, Tanker mit saudischem Öl in der Meerenge von Bab el-Mandeb anzugreifen. Diese Meerenge ist ein Schlüsselpunkt einer der beiden Hauptrouten, über die Saudi-Arabien Öl nach Asien exportiert; die zweite verläuft durch die Straße von Hormus.
„Wir gehen davon aus, dass der Ölpreis je nach Nachrichtenlage zwischen 80 und 90 Dollar pro Barrel schwanken wird“, erklärte Jay Hatfield, Vorsitzender von Infrastructure Capital Management. „Sollte das Rote Meer tatsächlich gesperrt werden, würden die Notierungen auf über 100 Dollar pro Barrel steigen, doch davon ist derzeit noch nichts zu beobachten.“
Unterdessen teilte das American Petroleum Institute (API) gestern mit, dass die Lagerbestände im Land in der vergangenen Woche um 2,6 Millionen Barrel gestiegen sind. Von Trading Economics befragte Analysten hatten einen Rückgang um 1,5 Millionen Barrel erwartet.
Das API erhält Informationen von Betreibern von Raffinerien, Öllagern und Pipelines auf freiwilliger Basis. Die für den Markt wichtigeren Daten des US-Energieministeriums zu den Ölvorräten werden am Mittwoch um 17:30 Uhr Ortszeit veröffentlicht.
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