Wie Der serbische Ökonom berichtet, wird die kroatische Fluggesellschaft Croatia Airlines in den nächsten drei Monaten rund 900 Flüge – das sind etwa 5 % der geplanten 27.000 Flüge – aufgrund des starken Anstiegs der Kerosinkosten streichen. Dies teilte der kaufmännische Direktor der Fluggesellschaft, Slaven Žabo, in einem Kommentar gegenüber RTL Croatia mit, wie EX-YU Aviation berichtet.
Seinen Angaben zufolge hat sich die ungünstige geopolitische Lage drastisch auf die Preise für Flugbenzin ausgewirkt: Seit Beginn der Krise haben sich die Kosten für Kerosin verdoppelt und steigen schneller als der Ölpreis. Žabo wies darauf hin, dass das derzeitige Preisniveau für Treibstoff zu Verlusten in Millionenhöhe für Fluggesellschaften, darunter auch Croatia Airlines, führen werde.
Das Unternehmen bezeichnet die Kürzung des Flugplans als „Optimierung“ – also die Anpassung der Flugzeugkapazitäten an die aktuelle Nachfrage, die Kosten für die Durchführung der Flüge und die Rentabilität bestimmter Strecken. Dabei betont Croatia Airlines, dass es in der Hochsaison bis zu 100 Flüge pro Tag durchführt und die Streichung von 900 Flügen nur einen Teil des Flugplans betreffen wird.
Neben der Streichung eines Teils der Flüge plant die Fluggesellschaft eine Erhöhung der Ticketpreise. Die Flugkosten werden nicht nur durch den Treibstoffpreis, sondern auch durch steigende Kosten an den Flughäfen beeinflusst. Insbesondere der Flughafen Zagreb hat eine Erhöhung der Preise für seine Dienstleistungen um 20 % ab dem 1. Juni angekündigt.
Das Problem beschränkt sich nicht auf Kroatien. Nach Angaben von The Guardian haben Fluggesellschaften weltweit aufgrund der steigenden Kerosinpreise rund 2 Millionen Sitzplätze für Mai 2026 gestrichen, was etwa 13.000 Flügen oder weniger als 2 % der globalen Flugkapazität entspricht. Am stärksten betroffen von den Kürzungen waren Turkish Airlines und Lufthansa.
Für die Region bedeutet dies, dass die Sommersaison möglicherweise mit teureren Flugtickets und einer geringeren Anzahl verfügbarer Flüge verlaufen wird. Besonders empfindlich sind davon die Länder der Adria betroffen, wo die Erreichbarkeit per Flugzeug einen direkten Einfluss auf den Tourismus, den Hotelsektor und die Konsumausgaben ausländischer Gäste hat.
Die serbische Air Serbia hat bislang noch keine groß angelegten Flugstreichungen nach dem Vorbild von Croatia Airlines angekündigt. Im Gegenteil, das Unternehmen meldete für das Jahr 2025 Rekordzahlen bei Umsatz und Passagierzahlen: Der Umsatz belief sich auf 719,5 Millionen Euro und lag damit das zweite Jahr in Folge über 700 Millionen Euro, während die Fluggesellschaft ihr Streckennetz weiter ausbaute.
Allerdings wirkt sich der Anstieg der Treibstoffkosten bereits auch auf die serbische Fluggesellschaft aus. Der Sprecher von Air Serbia, Bojan Rupić, erklärte zuvor, dass das Unternehmen Treibstoffzuschläge einführt, Passagiere, die bereits Tickets gekauft haben, jedoch keinen Aufpreis zahlen müssen. Seinen Angaben zufolge betragen die zusätzlichen Gebühren für Hin- und Rückflugtickets in der Regel 20 bis 30 Euro, auf Langstreckenflügen in die USA und nach China können sie bis zu 100 Euro erreichen.