Die Europäische Kommission könnte bereits im Sommer 2026 Gesetzesvorschläge zur Beschränkung des Zugangs von Minderjährigen zu sozialen Netzwerken vorlegen. Dies erklärte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, bei einer Rede auf dem Demokratie-Gipfel in Kopenhagen.
Laut Reuters erklärte von der Leyen, dass die Europäische Kommission die Maßnahmen zum Schutz von Kindern vor dem „süchtig machenden Design“ digitaler Plattformen, darunter TikTok, Meta, Facebook, Instagram und X. Sie brachte die übermäßige Nutzung sozialer Netzwerke durch Jugendliche mit Risiken für den Schlaf, die psychische Gesundheit, Angstzustände, Cybermobbing und anderen Gefahren für junge Menschen in Verbindung.
Dabei geht es weder um eine sofortige Abschaltung der sozialen Netzwerke noch um eine vorübergehende Aussetzung ihres Betriebs für alle Nutzer. In den Primärquellen ist von einem möglichen „Social Media Delay“ für Kinder die Rede, d. h. von einer Verschiebung oder Begrenzung des Alters, ab dem Minderjährige soziale Netzwerke selbstständig nutzen dürfen. Euronews berichtet, dass die Europäische Kommission bereits in diesem Sommer Pläne für ein europaweites Verbot oder eine Altersbeschränkung für Kinder vorlegen könnte.
Die Europäische Kommission hat bereits ein spezielles Expertengremium für die Online-Sicherheit von Kindern eingerichtet. Laut offiziellen Unterlagen der Europäischen Kommission sollen die Ko-Vorsitzenden des Gremiums von der von der Leyen bis zum Sommer 2026 Empfehlungen zum Schutz von Kindern im Internet vorlegen, einschließlich möglicher harmonisierter Altersbeschränkungen für den Zugang zu sozialen Netzwerken und anderen Online-Diensten.
Ein eigenständiger Bestandteil der künftigen Politik wird die digitale Altersüberprüfung sein. Im April 2026 hielt die Europäische Kommission die zweite Sitzung des Sondergremiums ab, die sich mit den geltenden Vorschriften zum Schutz Minderjähriger im Internet und den EU-Initiativen in diesem Bereich befasste. Reuters berichtete zudem, dass die EU bereits eine App zur Altersüberprüfung entwickelt habe, die dazu beitragen soll, den Zugang von Kindern zu ungeeigneten Inhalten und Diensten einzuschränken.
Die neuen Vorschläge könnten Teil einer umfassenderen EU-Digitalpolitik werden, einschließlich des Digital Services Act und des künftigen Digital Fairness Act. Derzeit führt die EU bereits Untersuchungen gegen große Plattformen in Bezug auf den Schutz Minderjähriger, die Transparenz von Werbung, den Zugang von Forschern zu Daten und den Einsatz von Mechanismen zur Bindung der Nutzer durch.