Business news from Ukraine

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Die Nationale Wertpapierverwahrstelle der Ukraine hat die Bewerbungsfrist für die Wahl des Vorstandsvorsitzenden bis zum 22. April verlängert

6 April , 2026  

Der Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft „Nationales Depositorium der Ukraine“ (NDU, Kiew) hat bekannt gegeben, dass die Frist für die Einreichung von Bewerbungen von Kandidaten, die an der Auswahl für den Posten des Vorstandsvorsitzenden der NDU teilnehmen möchten, bis einschließlich 22. April verlängert wurde.

„Um einen breiteren Kreis von Bewerbern anzusprechen und ein möglichst transparentes und wettbewerbsorientiertes Auswahlverfahren durchzuführen“, heißt es in der Ankündigung auf der Website der NDU.

Demnach wird das Auswahlverfahren in zwei Phasen stattfinden: In der ersten Phase reichen alle Interessenten ihre Unterlagen für die Teilnahme am Auswahlverfahren ein, und in der zweiten Phase finden Vorstellungsgespräche mit den ausgewählten Kandidaten statt.

Anschließend wird der Aufsichtsrat Empfehlungen zur Besetzung des Vorstandsvorsitzenden zur Prüfung durch die Hauptversammlung der NDU-Aktionäre vorlegen, in deren Zuständigkeit diese Entscheidung fällt.

Es wird darauf hingewiesen, dass die Kandidaten unter anderem über mindestens fünf Jahre Berufserfahrung als Führungskraft auf den Kapitalmärkten und/oder organisierten Warenmärkten verfügen und sich hervorragend mit den „Problemen und Entwicklungstendenzen des ukrainischen Kapitalmarktes, insbesondere der Infrastruktur des Aktienmarktes, der Gesetzgebung zur Ausübung der beruflichen Tätigkeit sowie über Erfahrungen auf ausländischen Kapitalmärkten“ auskennen müssen. Im Vorstellungsgespräch müssen sie kurz ihre Vision für die strategische Entwicklung der Wertpapierverwahrstelle auf mittlere Sicht darlegen.

Wie berichtet, war Alexej Yudin von Juni 2021 bis Ende Dezember 2025 Vorstandsvorsitzender der NDU, und bis zum Abschluss des Auswahlverfahrens ist dies nun Marina Adamovskaya, die seit Juni 2019 die Position der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden innehatte.

Die Nationalbank gab Anfang September 2025 den Start der Umsetzung des Kooperationsmemorandums zur Unterstützung einer integrierten Kapitalmarktinfrastruktur bekannt, das im Juli dieses Jahres in Rom mit der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) unter Beteiligung des Wirtschaftsministeriums, des Finanzministeriums, der Nationalbank und der NKZBFR unterzeichnet wurde. Der erste Schritt bestand in der Optimierung der Eigentums- und Unternehmensführungsstruktur der NDU durch die Übertragung der staatlichen Anteile an die NBU.

Anschließend ist die Gründung einer Holdinggesellschaft geplant, an der ein im Rahmen einer offenen Ausschreibung ausgewählter renommierter internationaler strategischer Investor (Betreiber von Handels- und Nachhandelsinfrastrukturen), internationale Finanzorganisationen, lokale Marktteilnehmer sowie der Staat bzw. staatliche Banken beteiligt sein werden.
Diese Holdinggesellschaft wird ihrerseits eine neue Wertpapierbörse in der Ukraine gründen, die anstelle der Nationalbank zum Mehrheitsinhaber der zentralen Clearingstelle – des Abrechnungszentrums – wird. Darüber hinaus wird diese Börse eine Minderheitsbeteiligung an der NDU halten, während die Nationalbank die Mehrheitsbeteiligung besitzt.

Die letzte Etappe soll die Konsolidierung der Verwahrungsdienstleistungen auf der Grundlage der NDU sein, die als einheitlicher zentraler Wertpapierverwahrer fungieren soll, indem ihr die Funktionen der Erfassung und Abwicklung des Umlaufs von Staatsanleihen von der Nationalbank übertragen werden.

Neben der Verwaltung der 25 %-Beteiligung des Staates an der NDU war die Nationalbank zum Stand vom 24. September dieses Jahres direkt Eigentümerin von 25 %, weitere 10,9399 % gehörten ihrem Unternehmenspensionsfonds, während die staatlichen Banken Oschadbank und Ukreximbank jeweils 24,9903 % und 9,9903 % hielten. Gleichzeitig wird der Bevollmächtigte für die Aktien der Oschadbank, der Ukreximbank und des Unternehmenspensionsfonds der NBU von der NKZBFR ernannt, doch soll diese Bestimmung des Gesetzes über das Depositarwesen im Zuge der Infrastrukturreform geändert werden.

Weitere 4,0795 % der Aktien befanden sich im Besitz von 27 juristischen und 2 natürlichen Personen; insbesondere gehörten Elena Nusinova 1,7054 % der Aktien und der OOO „Odessa Privatization Center“ des ehemaligen NKZBFR-Mitglieds Viktor Ivchenko 1,7151 %.

 

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