Der zyprische Wohnimmobilienmarkt verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 vor dem Hintergrund einer stabilen Nachfrage seitens ausländischer Käufer, steigender Baukosten und reger Bautätigkeit in den Küstenstädten ein weiteres Wachstum.
Laut einer Studie des Unternehmens Ask Wire lag der Durchschnittspreis für eine verkaufte Wohnung in Limassol im Zeitraum Januar bis Juni bei rund 363.000 Euro. In Paphos lag dieser Wert bei 262.000 Euro, in Nikosia bei 183.000 Euro, in Larnaca bei 171.000 Euro und im Raum Famagusta bei 150.000 Euro.
Daten der Zentralbank von Zypern bestätigen, dass sich der Aufwärtstrend fortsetzt. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Preise für Wohnungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,8 %, für Einfamilienhäuser um 3 % und der Gesamtindex für Wohnimmobilien um 7,5 %. Die Aufsichtsbehörde führt den Preisanstieg in erster Linie auf die anhaltende Nachfrage ausländischer Käufer, steigende Baukosten und das bislang begrenzte Wohnungsangebot zurück. Der Bericht wurde am 23. Juni 2026 veröffentlicht.
Der teuerste Markt bleibt Limassol, wo ein erheblicher Teil des Angebots aus exklusiven Küstenanlagen, Hochhäusern und Immobilien besteht, die auf internationale Investoren ausgerichtet sind. Den zweiten Platz bei den durchschnittlichen Wohnungspreisen belegt Paphos.
Die deutlichste Dynamik zeigte Larnaca. Nach Schätzungen von Ask Wire sind die Preise für Wohnungen in der Stadt innerhalb eines Jahres um fast 8,9 % gestiegen, und im ersten Halbjahr wurden 1.521.000 Transaktionen mit Wohnungen registriert. Die Nachfrage wird durch die im Vergleich zu Limassol niedrigeren Preise, den Ausbau der städtischen Infrastruktur, die Nähe zum Flughafen sowie das Interesse ausländischer Käufer an neuen Objekten am Meer gestützt.
Ausländische Käufer machten im ersten Quartal 2026 rund 43,4 % aller registrierten Kaufverträge für Immobilien in Zypern aus, gegenüber 40,1 % im Gesamtjahr 2025. Auf Käufer aus Ländern außerhalb der EU entfielen 29,1 % des Marktes. Die offiziellen Statistiken des zyprischen Grundbuchamtes werden nach Käufern aus der EU und aus Drittländern aufgeschlüsselt veröffentlicht, enthalten jedoch keine vollständige aktuelle Rangliste nach Staatsangehörigkeit.
Wer kauft Immobilien auf Zypern?
Zu den wichtigsten ausländischen Käufergruppen gehören Staatsangehörige aus Großbritannien, Russland, Israel, dem Libanon und Griechenland, wobei ihre Präsenz je nach Region erheblich variiert.
In Paphos ist die Nachfrage seitens Briten, Russen und Israelis besonders ausgeprägt. Ausländische Käufer machen zu bestimmten Zeiten bis zu drei Viertel der lokalen Transaktionen aus. Briten erwerben Immobilien häufiger zum Umzug, zur Erholung oder für einen längeren Aufenthalt, während die Nachfrage aus Russland und Israel größtenteils mit der Verlagerung von Kapital, Unternehmen und Familien zusammenhängt.
Larnaca zieht vor allem Käufer aus Israel und dem Libanon an. Für sie ist die Stadt aufgrund ihrer Verkehrsanbindung, der vergleichsweise niedrigen Einstiegsschwelle und der geografischen Nähe zu den Ländern des östlichen Mittelmeerraums interessant.
In Limassol gehören weiterhin Bürger aus Russland, Israel und Griechenland zu den auffälligsten ausländischen Käufern. Nikosia ist stärker von der Binnennachfrage abhängig, wobei unter den Ausländern vor allem Griechen, Briten und Australier hervorstechen. In der Region Famagusta spielen Käufer aus Großbritannien, Griechenland und dem Libanon eine bedeutende Rolle.
Chinesische Investoren, die in den Jahren 2020–2024 auf dem zyprischen Markt stark vertreten waren, sind in den jüngsten regionalen Rankings weniger präsent. Dabei könnte die offizielle Statistik den Anteil ausländischen Kapitals unterschätzen, da Käufe über in Zypern oder anderen EU-Ländern registrierte Unternehmen als inländische Transaktionen erfasst werden können.
Unterstützung erhält der Markt zudem durch die Erholung der Hypothekenkreditvergabe: Das Volumen der vergebenen Hypothekendarlehen stieg um 24,5 %, während der durchschnittliche Zinssatz auf etwa 3,15 % sank. Am gefragtesten sind neue, energieeffiziente Ein- und Zweizimmerwohnungen in Küstennähe.
Ask Wire geht davon aus, dass Immobilien in Zypern bis Ende 2026 im Durchschnitt um weitere 3–5 % und neue energieeffiziente Wohnungen um 4–6 % teurer werden. Larnaca wird voraussichtlich weiterhin schneller wachsen als der Landesdurchschnitt. Die wichtigsten einschränkenden Faktoren bleiben die sinkende Erschwinglichkeit von Wohnraum für Einheimische, der Mangel an neuem Angebot sowie die geopolitische Unsicherheit im östlichen Mittelmeerraum.