Business news from Ukraine

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Die Ukraine könnte ihre Agrarexporte in der Saison 2026/2027 drastisch steigern

23 April , 2026  

Das Exportpotenzial des ukrainischen Agrarsektors wird in der neuen Saison 2026/2027 dank der Vermarktung der angesammelten Rekordvorräte erheblich steigen.

Dies teilte Maxim Kharchenko, Analyst bei „UkrAgroConsult“, am Mittwoch während der Konferenz „Black Sea Grain.Kyiv“ mit.

Nach der Prognose der Agentur wird die Gesamternte der wichtigsten Getreidearten in der Ukraine in der kommenden Saison auf 59,4 Millionen Tonnen und die der Ölsaaten auf 23 Millionen Tonnen geschätzt. Dabei wird sich das Gesamtvolumen der Getreideüberhänge um 293 % erhöhen und fast 13 Millionen Tonnen erreichen. Der deutlichste Anstieg wird bei Weizen erwartet – auf 4,7 Mio. Tonnen (370 % mehr als im Vorjahr), bei Gerste – auf 1,36 Mio. Tonnen und bei Erbsen – auf 222.000 Tonnen.

Durch die aktive Entlastung der Lager könnte der Weizenexport in der neuen Saison auf 20 Mio. Tonnen und der Maisexport auf 28,5 Mio. Tonnen steigen. Parallel dazu wird im Ölsaatensegment ein Produktionsanstieg prognostiziert: Die Sonnenblumenernte könnte 13,7 Mio. Tonnen erreichen, verglichen mit 10,8 Mio. Tonnen im Vorjahr, die Rapsernte 3,6 Mio. Tonnen und die Sojabohnenernte 5,7 Mio. Tonnen. Dabei sollen die Überhangbestände an Sonnenblumen um 61 % zurückgehen, während sich die Sojabohnenvorräte um das Eineinhalbfache auf 101.000 Tonnen erhöhen werden.

Die Prognose für die Produktion und den Export von Verarbeitungsprodukten zeigt ebenfalls eine positive Entwicklung. Insbesondere wird die Produktion von Sonnenblumenöl auf 6 Mio. Tonnen und dessen Export auf 5,6 Mio. Tonnen geschätzt. Die Produktion von Sonnenblumenschrot wird auf 5,8 Mio. Tonnen prognostiziert, bei einem Exportpotenzial von 4,65 Mio. Tonnen.

Die Produktion von Sojaöl in der Saison 2026/2027 erwarten Analysten bei 1 Mio. Tonnen, von denen 950.000 Tonnen auf die Auslandsmärkte geliefert werden sollen. Die Produktionsmenge von Sojaschrot wird 4,4 Mio. Tonnen betragen, bei einem Exportpotenzial von 3,55 Mio. Tonnen.

Im Segment der Rapsverarbeitung wird die Ölproduktion auf 1,55 Mio. Tonnen prognostiziert, wobei fast die gesamte Menge (1,5 Mio. Tonnen) exportiert werden soll, während die Produktion und der Export von Rapskuchen bei 1,95 Mio. Tonnen bzw. 1,8 Mio. Tonnen liegen werden.

Die Analyse der Produktion in der Schwarzmeerregion deutet laut Experten auf eine Stabilisierung der Gesamternte hin. Insbesondere wird die Weizenproduktion in der Russischen Föderation in der Saison 2026/2027 auf 85,8 Mio. Tonnen prognostiziert, verglichen mit 92,8 Mio. Tonnen im laufenden Jahr, doch die Exporte werden mit rund 47 Mio. Tonnen stabil hoch bleiben. Was die Länder der Donauregion betrifft, so wird die Gesamternte auf 64,96 Mio. Tonnen geschätzt. Ein Anstieg der Getreideernte wird in Ungarn prognostiziert – auf insgesamt 8,88 Mio. Tonnen für Weizen und Mais – sowie in Polen – um 1,7 %. In Bulgarien hingegen wird ein Rückgang um 13,4 % auf 6,2 Mio. Tonnen Weizen erwartet, während in Rumänien die Produktion von Weizen und Mais bei 9,1 Mio. Tonnen bzw. 10,8 Mio. Tonnen liegen wird.

„Wir sehen zwei Hauptfaktoren, mit denen wir in diese Saison gehen: die Verteuerung von Dieselkraftstoff und Stickstoffdüngern. Am stärksten betroffen sind kleine Erzeuger, die gezwungen sind, Betriebsmittel unmittelbar vor Beginn der Aussaat zu kaufen. Dieses Problem wird sich noch stärker auf die Ernte 2027 auswirken. Es gibt ein realistisches Szenario für einen Rückgang der Erträge nicht nur in der Ukraine, sondern weltweit, was erheblichen Druck auf die Preise ausüben wird“, fasste Kharchenko zusammen.