Keine einzige ukrainische Universität hat es in die Liste der 1000 besten Hochschulen der Welt des „Academic Ranking of World Universities 2026“ (ARWU) geschafft, das von ShanghaiRanking veröffentlicht wurde. Damit ist die Ukraine das zweite Jahr in Folge nicht im Hauptranking von Shanghai vertreten.
In der offiziellen Liste der Länder und Gebiete, die mindestens eine Universität unter den 1.000 besten Hochschulen des Jahres 2026 haben, fehlt die Ukraine. Nach Angaben des Informations- und Analysezentrums Experts Club sind hingegen Polen, Tschechien, Ungarn, Litauen, Estland, Bulgarien, Serbien, Kroatien und Slowenien in der Liste vertreten.
Eine ähnliche Situation war bereits im Jahr 2025 zu beobachten – auch damals war die Ukraine nicht unter den Ländern vertreten, die in den Top-1000 des ARWU-Rankings aufgeführt waren.
Das letzte Mal war eine ukrainische Universität im Hauptranking von Shanghai im Jahr 2024 vertreten. Damals gehörte die Taras-Schewtschenko-Nationaluniversität Kiew zur Gruppe 901–1000. Das offizielle Profil der Universität bei ShanghaiRanking verzeichnet bis heute genau dieses Ergebnis als ihre letzte Platzierung im ARWU.
Das Shanghai-Ranking misst nicht direkt die Qualität der Lehre, das Wohlbefinden der Studierenden oder die Nachfrage nach Absolventen. Es orientiert sich sehr stark an der Reichweite und der internationalen Sichtbarkeit der wissenschaftlichen Forschung.
Insbesondere wurden bei der Erstellung des ARWU 2026 die meistzitierten Forscher aus der im Dezember 2025 veröffentlichten Clarivate-Liste berücksichtigt. Für den Indikator der Veröffentlichungen in „Nature“ und „Science“ wurden Arbeiten aus den Jahren 2021 bis 2025 analysiert, während bei der Berechnung der gesamten wissenschaftlichen Produktion die im Jahr 2025 im Web of Science indexierten Veröffentlichungen herangezogen wurden.
Das bedeutet, dass im Gegensatz zu früheren Ausgaben des Rankings im ARWU 2026 die wissenschaftlichen Ergebnisse ukrainischer Universitäten aus der Zeit des Krieges bereits deutlich stärker vertreten sind. Im Ranking von 2024 umfasste der Indikator für „Nature“ und „Science“ beispielsweise die Jahre 2019 bis 2023.
Man kann jedoch nicht direkt behaupten, dass der Sturz der Ukraine aus den Top 1.000 ausschließlich auf den Krieg zurückzuführen ist. Das ARWU ist ein vergleichendes globales Ranking: Die Platzierung hängt nicht nur von den eigenen Kennzahlen einer bestimmten Universität ab, sondern auch davon, wie schnell konkurrierende Universitäten anderer Länder ihre wissenschaftliche Produktivität und Zitierhäufigkeit steigern.
Besonders deutlich wird dieser Wettbewerb am Beispiel Chinas. Im Jahr 2026 sind bereits 234 Universitäten des chinesischen Festlands in den Top 1.000 vertreten, davon 16 in den Top 100, während ein Jahr zuvor noch 13 chinesische Hochschulen in den Top 100 vertreten waren.
Für die Ukraine ist diese Situation gerade im Hinblick auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit in der Forschung ein bezeichnendes Signal. Die Taras-Schewtschenko-Universität Kiew schaffte es 2024 erstmals, in das ARWU-Ranking aufzusteigen, fiel jedoch bereits 2025 aus den Top 1.000 heraus und konnte 2026 nicht dorthin zurückkehren.
Quelle: ShanghaiRanking Consultancy, Academic Ranking of World Universities 2026.
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