Wie der Serbische Ökonom berichtet, hat die US-Botschaft in Pristina ihre Bürger vor möglichen großangelegten Demonstrationen am 16. September im Zentrum von Pristina und in anderen Großstädten des Kosovo gewarnt. Nach Angaben der diplomatischen Vertretung könnten die Demonstrationen zu Straßensperren, starken Verkehrsstaus und erheblichen Beeinträchtigungen des öffentlichen Nahverkehrs führen.
US-Bürgern wird empfohlen, ihre Fortbewegung einzuschränken und nach Möglichkeit keine Routen zu nutzen, die durch die Gebiete führen, in denen die Proteste stattfinden. Mitarbeitern der US-Regierung wird empfohlen, alle nicht unbedingt notwendigen Fahrten in der Nähe von Orten mit Massenversammlungen zu vermeiden sowie ihre Kinder am 16. September aufgrund der zu erwartenden Verkehrsprobleme nicht zur Schule zu schicken.
Die verschärften Sicherheitsmaßnahmen stehen im Zusammenhang mit der für den 16. September erwarteten Entscheidung der Sonderkammern für das Kosovo in Den Haag im Fall des ehemaligen kosovarischen Präsidenten Hashim Thaçi und der drei ehemaligen Anführer der Befreiungsarmee des Kosovo – Kadri Veseli, Jakup Krasniqi und Redžep Selimi. Alle vier bestreiten die Vorwürfe der Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Am 12. September fand in Pristina bereits eine Kundgebung mit mehreren Tausend Teilnehmern zur Unterstützung der Angeklagten statt.
Kosovo erklärte im Februar 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien, doch seine Staatlichkeit wird nach wie vor nicht allgemein international anerkannt. Serbien erkennt die Unabhängigkeit des Kosovo nicht an und betrachtet es weiterhin als Teil seines Hoheitsgebiets. Kosovo wird unter anderem auch von China, Russland und der Ukraine sowie innerhalb der EU von Spanien, Griechenland, Rumänien, der Slowakei und Zypern nicht anerkannt. Das Europäische Parlament weist darauf hin, dass die Frage des Status des Kosovo weiterhin mit dem von der EU vermittelten Dialog zwischen Belgrad und Pristina verbunden ist.
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