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Montenegro fordert eine vollwertige EU-Mitgliedschaft ohne Einschränkungen für neue Länder

9 September , 2026  

Wie „Serbischer Ökonom“ berichtet, rechnet Montenegro damit, der Europäischen Union als vollwertiges und gleichberechtigtes Mitglied beizutreten, und lehnt ein Modell ab, bei dem neue Staaten nur eingeschränkte Rechte erhalten, erklärte die Ministerin für europäische Angelegenheiten, Maida Gorčević, am 9. September.

Ihren Worten zufolge ist Podgorica bereit, zusätzliche Schutzmechanismen gegen einen möglichen demokratischen Rückschritt nach dem EU-Beitritt zu akzeptieren, will aber kein „Mitglied zweiter Klasse“ mit eingeschränktem Stimmrecht oder anderen vorübergehenden Einschränkungen werden.

Derzeit werden in der Europäischen Union verschiedene Modelle für die künftige Erweiterung diskutiert, darunter die Möglichkeit, bestimmte Rechte neuer Mitglieder in Fragen des Haushalts, der Außenpolitik oder der Ausübung des Vetorechts vorübergehend einzuschränken. Gorčević betonte, dass Montenegro bereit sei, auch die strengsten Kontrollmechanismen zur Gewährleistung der Rechtsstaatlichkeit zu akzeptieren, die Gleichberechtigung der Mitglieder jedoch als grundsätzliche Voraussetzung betrachte.

Dabei versucht Podgorica, die Befürchtungen Brüssels hinsichtlich möglicher Blockaden im Voraus zu zerstreuen. Gorčević erklärte, dass Montenegro nicht die Absicht habe, das Vetorecht als Druckmittel einzusetzen, und sich eher in einer Gruppe mit kleinen und berechenbaren EU-Mitgliedstaaten wie Slowenien, Malta oder den baltischen Staaten sehe.

Montenegro ist nach wie vor der am weitesten fortgeschrittene EU-Beitrittskandidat auf dem Westbalkan. Die Verhandlungen laufen seit 2012, alle 33 Verhandlungskapitel sind eröffnet. Nach dem Abschluss der Kapitel zu Wettbewerb und Zollunion im Juli belief sich die Zahl der vorläufig abgeschlossenen Kapitel auf 18.

Die Regierung rechnet damit, die restlichen Kapitel bis Ende 2026 abzuschließen, und strebt einen EU-Beitritt im Jahr 2028 an. Bereits im Frühjahr erklärte Gorčević, dass das Ziel des Landes ein vollwertiges Mitgliedschaft sei und nicht eine Zwischenlösung oder eine vereinfachte Form der Integration.

Für die Ukraine ist die Haltung Podgoricas auch als möglicher Präzedenzfall interessant. Sollte Brüssel tatsächlich beschließen, für neue EU-Mitglieder vorübergehende Einschränkungen hinsichtlich des Vetorechts oder anderer Befugnisse einzuführen, könnte ein solches Modell potenziell auch auf andere Länder des Westbalkans angewendet werden, die später beitreten. Ein solches Modell könnte auch auf andere EU-Beitrittskandidaten angewendet werden.

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