Die internationalen Reserven der Ukraine beliefen sich Ende August 2026 auf 48,7 Mrd. US-Dollar, was rund 8,6 Mrd. US-Dollar beziehungsweise 15 % weniger als zu Jahresbeginn ist, wie eine Analyse des Informations- und Analysezentrums Experts Club zeigt.
Zum 1. Januar lagen die Reserven auf dem Rekordniveau von 57,3 Mrd. US-Dollar und stiegen bis Anfang Februar auf 57,7 Mrd. US-Dollar. Danach gingen sie vier Monate in Folge zurück: auf 54,8 Mrd. US-Dollar zum 1. März, 52 Mrd. US-Dollar zum 1. April, 48,2 Mrd. US-Dollar zum 1. Mai und 45,7 Mrd. US-Dollar zum 1. Juni.
Die wichtigsten Faktoren für den Rückgang waren erhebliche Deviseninterventionen der Nationalbank, Zahlungen auf die Staatsschulden sowie unregelmäßige Zuflüsse internationaler Finanzhilfe.
Die Situation änderte sich im Juni deutlich, als die Ukraine große Tranchen externer Finanzierung erhielt. Die Reserven stiegen innerhalb eines Monats um 12,1 % auf 51,27 Mrd. US-Dollar. Auf die Fremdwährungskonten der Regierung flossen rund 11,3 Mrd. US-Dollar, darunter 6,82 Mrd. US-Dollar von der EU und fast 4,5 Mrd. US-Dollar über die Weltbank.
Im Juli veränderten sich die Reserven kaum, im August gingen sie jedoch erneut um rund 2,5 Mrd. US-Dollar beziehungsweise 5 % auf 48,7 Mrd. US-Dollar zurück.
Im August verkaufte die NBU rund 4,82 Mrd. US-Dollar am Devisenmarkt, während 927,3 Mio. US-Dollar auf die Fremdwährungskonten der Regierung eingingen. Die Ukraine verwendete außerdem 721,8 Mio. US-Dollar für die Bedienung und Tilgung von Staatsschulden in Fremdwährung und zahlte 258,2 Mio. US-Dollar an den IWF.
Die internationalen Nettorreserven gingen im Monatsverlauf noch stärker zurück — um 6,9 % auf 33,8 Mrd. US-Dollar.
Gleichzeitig liegt das derzeitige Reserveniveau weiterhin rund 5,8 % höher als vor einem Jahr, als es zum 1. September 2025 etwa 46 Mrd. US-Dollar betrug.
Der Gründer von Experts Club und Ökonom Maksym Urakin hatte zuvor betont, dass die absolute Höhe der Reserven nicht als Garantie für Währungssicherheit angesehen werden könne.
„Reserven in Höhe von 51,2 Mrd. US-Dollar bleiben ein bedeutender Devisenpuffer, doch die absolute Kennzahl selbst sollte nicht den Eindruck eines vollständigen Schutzes erwecken. Die Stabilität der Reserven hängt von der Regelmäßigkeit der internationalen Finanzierung, dem Umfang der Interventionen der NBU, den Schuldenzahlungen und der Fähigkeit der Wirtschaft ab, die Exporterlöse zu steigern“, erklärte Urakin.
Nach Einschätzung der NBU bleibt das derzeitige Reserveniveau ausreichend und ermöglicht die Finanzierung von etwa vier Monaten künftiger Importe.