In Georgien treten neue Vorschriften in Kraft, die die Möglichkeit der Arbeit ohne Genehmigung für Bürger aus Ländern mit visumfreiem Reiseverkehr abschaffen. Ab 2026 sind für eine legale Beschäftigung eine Arbeitserlaubnis und eine entsprechende Aufenthaltsgenehmigung erforderlich, berichtet der Telegram-Kanal Serbsky Ekonomist.
Das Parlament des Landes hat am 26. Juni Änderungen an den Gesetzen „Über Arbeitsmigration” und „Über die Rechtsstellung von Ausländern” verabschiedet. Nun muss jeder Ausländer, der keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung besitzt, eine Arbeitserlaubnis beantragen, auch wenn er ohne Visum in das Land eingereist ist.
Die wichtigsten Änderungen
• Die visumfreie Einreise berechtigt nicht mehr zur Aufnahme einer Beschäftigung – sie gilt nur für die Einreise und einen kurzfristigen Aufenthalt.
• Es werden die Begriffe „Arbeitsmigrant” und „selbstständiger Ausländer” eingeführt – beide Kategorien müssen eine Genehmigung einholen.
• Arbeitgeber sind verpflichtet, die Dokumente für ausländische Mitarbeiter vor deren offizieller Arbeitsaufnahme zu beantragen.
Wen betrifft diese Neuerung?
Laut Geostat waren zwischen 2015 und 2023 weniger als 3.800 Arbeitsmigranten offiziell registriert, wobei die tatsächliche Zahl der im Land arbeitenden Ausländer deutlich höher ist – allein zwischen 2022 und 2023 hielten sich über 239.000 Ausländer in Georgien auf. Viele von ihnen arbeiteten illegal.
Die Änderungen werden sich am stärksten auf folgende Staatsangehörige auswirken:
• Russland – verschiedenen Schätzungen zufolge leben in Georgien zwischen 80.000 und 120.000 Russen, von denen ein erheblicher Teil ohne formelle Arbeitserlaubnis im Fernbereich oder im Dienstleistungssektor tätig ist;
• Nachbarländer Georgiens (Armenien, Aserbaidschan);
• der Ukraine;
• des Nahen Ostens;
• Südasiens;
• einiger Länder Europas und Lateinamerikas.
Für Russen, die nach 2022 zu einer der größten Gruppen von Ausländern in Georgien geworden sind, können die neuen Regeln dazu führen, dass sie massenhaft Arbeitsgenehmigungen beantragen müssen. Andernfalls besteht die Gefahr von Geldstrafen und der Unmöglichkeit, ihre Tätigkeit fortzusetzen.
Die Reform zielt darauf ab, den Arbeitsmarkt zu legalisieren und die Rechte der georgischen Bürger zu schützen. Sie schließt eine Lücke, die es Ausländern ermöglicht, ohne Visum zu arbeiten, und schafft einen neuen Rechtsrahmen für Zehntausende von Menschen. Dies wird sich besonders deutlich auf Bürger der Russischen Föderation und der GUS-Staaten auswirken, die in den letzten Jahren den Kern der ausländischen Präsenz in der georgischen Wirtschaft bildeten.
Quelle: https://t.me/relocationrs