Großbritannien beabsichtigt, die Regeln für die Erteilung einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung für die meisten Migranten zu verschärfen, indem die reguläre Wartezeit von fünf auf zehn Jahre verlängert wird. Ausgangspunkt dieser Initiative ist das von der britischen Regierung veröffentlichte Einwanderungs-Weißbuch „Restoring control over the immigration system“. In diesen Dokumenten wird ausdrücklich der Übergang vom derzeitigen Basismodell mit einer Wartezeit von fünf Jahren zu einer neuen Standardfrist von zehn Jahren erwähnt.
Das neue Modell sieht vor, dass das Recht auf Daueraufenthalt nicht mehr automatisch nach einer festgelegten Aufenthaltsdauer gewährt wird. Die Behörden wollen es an Kriterien wie Verhalten, Integration und Beitrag zur britischen Gesellschaft und Wirtschaft knüpfen. In der offiziellen Konsultation heißt es, dass bei der Prüfung von Anträgen die Rechtmäßigkeit und Ununterbrochenheit des Aufenthalts, Englischkenntnisse, das Bestehen des „Life in the UK“-Tests, die Abwesenheit von Straftaten und wahrscheinlich nachgewiesene Beiträge in Form von Arbeit und Steuern berücksichtigt werden.
Die Konsultation zur Reform des „Earned Settlement“ fand vom 20. November 2025 bis zum 12. Februar 2026 statt, und die Regierung gibt an, dass sie derzeit die eingegangenen Rückmeldungen auswertet. Gleichzeitig hat London bereits damit begonnen, damit verbundene Änderungen voranzutreiben: Am 5. März 2026 kündigte das Innenministerium an, die Anforderungen an die Englischkenntnisse für den Erhalt einer Aufenthaltsgenehmigung zu erhöhen, wobei das Inkrafttreten dieser Änderungen für März 2027 vorgesehen ist.