Business news from Ukraine

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RegTech wird zum neuen Standard für die finanzielle Stabilität ukrainischer Unternehmen

Der ukrainische Fintech-Markt tritt in eine Phase ein, in der die Automatisierung von Compliance, Finanzüberwachung und Sanktionskontrolle nicht mehr nur eine unterstützende Funktion ist, sondern Teil der grundlegenden Infrastruktur für die finanzielle Stabilität von Unternehmen wird.

Dies geht aus einer Kolumne von der CEO von AML.point, Oksana Gubina, Beraterin für RegTech-Projekte bei AI FINTECH, für die Agentur „Interfax-Ukraine“ hervor, die im Rahmen der Präsentation des Fintech Catalog UA 2026 verfasst wurde.

Dem Katalog zufolge sind in der Ukraine über 300 Fintech-Unternehmen tätig. Ein Großteil von ihnen hat bereits die operative Selbsttragfähigkeit erreicht, fast die Hälfte baut ihre Präsenz auf internationalen Märkten aus, und die Mehrheit entwickelt sich weiterhin aus eigenen Mitteln weiter.

Der „Fintech Catalog UA 2026“ wurde vom Ukrainischen Verband für Fintech- und Innovationsunternehmen mit Unterstützung der Nationalbank der Ukraine, der IFC, der SECO und der Sense Bank erstellt. Die Untersuchung wurde im April und Mai 2026 unter Fintech-Unternehmen, Banken und ukrainischen Niederlassungen internationaler Fintech-Unternehmen durchgeführt; daran nahmen 150 Befragte teil.

Laut Gubina entwickelt sich die ukrainische Fintech-Branche in einem Umfeld, in dem Fragen der Transparenz, des Risikomanagements und der Einhaltung regulatorischer Anforderungen nicht mehr zweitrangig sind. Die Verschärfung der Sanktionskontrollen, der Finanzüberwachung sowie der Anforderungen an die Transparenz der Herkunft von Geldern und der Eigentumsverhältnisse hat Compliance zu einem der Schlüsselelemente für die Stabilität von Unternehmen gemacht.

„Finanzunternehmen betrachten Compliance zunehmend nicht als externen Zwang seitens der Aufsichtsbehörde, sondern als Instrument für Vertrauen, Reputation und langfristige Wettbewerbsfähigkeit. Genau aus diesem Grund werden Investitionen in RegTech immer häufiger nicht als Kosten, sondern als Investition in die zukünftige Stabilität des Unternehmens angesehen“, erklärte sie.

RegTech-Lösungen wandeln sich allmählich von einer Kategorie von Zusatzdienstleistungen zu einer Kategorie kritischer Geschäftsinfrastruktur. Für Banken, Finanzunternehmen, Zahlungsdienstleister, Kreditinstitute und andere Marktteilnehmer ist die Automatisierung von KYC, AML und Sanktionskontrollen bereits eine Frage der Arbeitsgeschwindigkeit, der Qualität des Risikomanagements und der Fähigkeit, die Anforderungen der Aufsichtsbehörde nahezu in Echtzeit zu erfüllen.

Gleichzeitig beschränkt sich die Automatisierung der Finanzüberwachung nicht auf die Installation von Software. Sie erfordert die Integration verschiedener Informationssysteme, qualitativ hochwertige Daten, den Aufbau zuverlässiger Prozesse zur Informationsverarbeitung, die Kontrolle von Änderungen, die Aufbewahrung der Entscheidungshistorie sowie ein Gleichgewicht zwischen Kundenkomfort und der Erfüllung regulatorischer Anforderungen.

Einer der neuen Markttrends ist die Annäherung von ERP und RegTech. ERP-Systeme sind für das Management der Ressourcen und der operativen Prozesse eines Unternehmens zuständig, während RegTech die Einhaltung der regulatorischen Anforderungen, die Finanzüberwachung und das Risikomanagement abdeckt. Beide Bereiche arbeiten jedoch zunehmend mit großen Datenmengen, integrieren sich in operative Prozesse und unterstützen das Management dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen.

In der Praxis ermöglicht dieser Ansatz die Automatisierung der Risikobewertung von Geschäftspartnern, von KYC-Prüfungen, des Sanktions-Screenings, der Transaktionsüberwachung und der Erstellung von aufsichtsrechtlichen Berichten, ohne das Personal übermäßig zu belasten.

Gleichzeitig ersetzen Technologien laut Gubina die Compliance-Kultur nicht. Automatisierung ist nur dann effektiv, wenn ein Unternehmen über klare interne Richtlinien, qualitativ hochwertige Daten, verantwortungsbewusste Mitarbeiter und die Bereitschaft verfügt, systematisch mit Risiken umzugehen. RegTech hebt die Rolle des Compliance-Beauftragten nicht auf, sondern verändert sie – weg von manuellen Prüfungen hin zum Management von Prozessen, Daten und Risikomodellen.

Die weitere Entwicklung der ukrainischen Fintech-Branche wird in hohem Maße gerade mit Integrationslösungen in den Bereichen Compliance, Finanzüberwachung und Risikomanagement verbunden sein. Mit der Verschärfung der Anforderungen an die Transparenz der Geschäftstätigkeit, die Sanktionskontrolle und die aufsichtsrechtliche Berichterstattung wird die Rolle von RegTech weiter zunehmen.

Für ukrainische Finanzunternehmen wird automatisiertes Compliance-Management allmählich nicht mehr nur ein zusätzlicher Vorteil, sondern zum grundlegenden Standard der Geschäftstätigkeit. In der nächsten Phase der Marktentwicklung werden jene Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil erlangen, die es schaffen, Technologisierung, Transparenz, qualitativ hochwertige Daten und ein systematisches Risikomanagement miteinander zu verbinden.

Quellen: Kolumne von Oksana Gubina für „Interfax-Ukraine“, Fintech Catalog UA 2026, Ukrainischer Verband für Fintech und innovative Unternehmen.

 

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