Die Regierung Montenegros hat einen Beschlussentwurf über die Vergabe einer 30-jährigen Konzession für die Flughäfen Podgorica und Tivat an den in der Ausschreibung bestplatzierten Bieter – die südkoreanische Incheon International Airport Corporation / Incheon Airport Consortium – gebilligt, wie der Telegram-Kanal „Serbischer Ökonom“ berichtet. Eine endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus: Sie muss noch von der Skupština Montenegros bestätigt werden.
Die Zustimmung des Parlaments ist erforderlich, da der Wert der Vermögenswerte von Aerodromi Crne Gore auf etwa 265 Millionen Euro geschätzt wird und in Montenegro Entscheidungen über staatliches Eigentum in dieser Größenordnung in die Zuständigkeit der Legislative fallen. Verkehrsminister Filip Radulović betonte gesondert, dass es sich weder um einen Verkauf noch um eine Privatisierung handele, sondern um ein Verwaltungsmodell, bei dem das Land, die bestehende Infrastruktur und alle neu errichteten Objekte nach Ablauf der Konzessionsdauer im Eigentum des Staates verbleiben.
Das von der Regierung vorgestellte Finanzmodell ergibt einen Gesamtbetrag von rund 1 Mrd. EUR, doch gibt es hier einen wichtigen Vorbehalt. Es handelt sich nicht nur um direkte Haushaltseinnahmen, sondern um den gesamten finanziellen Effekt der Transaktion: 100 Mio. EUR als Einmalzahlung nach Vertragsunterzeichnung, rund 600 Mio. EUR als variable Konzessionsgebühr in Höhe von 35 % des jährlichen Bruttoumsatzes der Flughäfen über 30 Jahre sowie weitere 300 Mio. EUR an obligatorischen Investitionen in die Modernisierung und den Ausbau der Infrastruktur.
Nach den veröffentlichten Angaben muss der Konzessionsnehmer bis Ende 2029 132 Mio. EUR investieren, davon 54 Mio. EUR in den Flughafen Podgorica und 78 Mio. EUR in den Flughafen Tivat. Das gesamte Investitionsprogramm sieht den Bau neuer Terminals, die Modernisierung bestehender Anlagen, die Erweiterung der Gesamtfläche der Flughafeninfrastruktur auf etwa 40.000 m² sowie eine Erhöhung der Durchlasskapazität vor.