Der Verband der Milchunternehmen der Ukraine (SMPU) spricht sich für die Rückkehr zu einer umfassenden Kennzeichnung von Lebensmitteln aus, um künftig Produktfälschungen und eine irreführende Information der Verbraucher zu vermeiden, heißt es in einer Mitteilung des Verbandes.
Ihrer Ansicht nach waren die gesetzlichen Änderungen, die eine Aussetzung der Kennzeichnung ermöglichten, zu Beginn der groß angelegten Invasion gerechtfertigt. Heute jedoch verfügen die Unternehmen in den frontnahen Regionen über ausreichende staatliche Unterstützungsinstrumente im Rahmen der Politik „Made in Ukraine“ – insbesondere über Entschädigungen für den Kauf von Ausrüstung, Wiederaufbauprogramme und Sachversicherungen.
Zudem haben Hersteller selbst in der Nähe der Kampfzone die Möglichkeit, stabile Lieferketten aufzubauen und ihre Arbeit fortzusetzen, ohne dass vereinfachte Kennzeichnungsanforderungen beibehalten werden müssen, so die Vereinigung.
„Gleichzeitig werden gerade in solchen Regionen derzeit Aktivitäten einzelner Hersteller gefälschter Produkte festgestellt, die die Bestimmungen des Erlasses faktisch als Instrument zur Legalisierung unlauterer Praktiken nutzen. Daher birgt die weitere Beibehaltung dieser Regelung Risiken für die Gesundheit der Bevölkerung, führt die Verbraucher in die Irre und schafft faktisch günstige Bedingungen für illegale Geschäfte und Lebensmittelbetrug“, betont der Verband.
Wie berichtet, verabschiedete das Kabinett am 3. März 2022 den Erlass Nr. 186 „Einige Fragen zur Kennzeichnung von Lebensmitteln unter den Bedingungen des Kriegsrechts“, der es vorübergehend erlaubt, die Kennzeichnung nicht zu aktualisieren, wenn eine Rezepturänderung aufgrund von Rohstoffmangel oder Lieferproblemen erforderlich ist.