Business news from Ukraine

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Der Arzneimittelabsatz an Tankstellen macht weniger als 0,1% des Pharmamarktes aus

Der Gesamtumsatz mit Arzneimitteln an Tankstellen belief sich auf weniger als 0,1 % des Einzelhandelsmarktes; der Einfluss dieses Segments auf den pharmazeutischen Einzelhandelsmarkt ist nach Ansicht der von der Agentur „Interfax-Ukraine“ befragten Experten unerheblich.
„Bis heute wurden 260 Lizenzen erteilt, von denen mehr als ein Drittel auf Kiew und die Region Kiew entfallen. Dies entspricht 1 % der Gesamtzahl der Apotheken auf dem Markt. Es handelt sich dabei eher um Apothekenverkaufsstellen als um Apotheken an Tankstellen“, sagte Irina Gorlova, Geschäftsführerin des Analyse- und Beratungsunternehmens Support in Market Development (SMD).
Sie wies darauf hin, dass das Gesetz für diese Verkaufsstellen den Verkauf nur einer bestimmten Liste von rezeptfreien Medikamenten erlaubt, vorwiegend Schmerzmittel, Nasentropfen und Erkältungsmittel.
„Da dies 1 % der Apotheken ausmacht und potenziell etwa 0,05 % des Umsatzes des Pharmamarktes, hat die Eröffnung dieser Apotheken keinerlei Auswirkungen auf den Pharmamarkt des Landes gehabt und wird dies auch nicht tun“, sagte sie.
Dabei merkte Gorlova an, dass „die Preise gesetzlich geregelt sind“.
„Im vergangenen Jahr wurde der Nationale Preiskatalog eingeführt, wonach für jeden registrierten Arzneimittelartikel eine Preisobergrenze gilt, über der eine Apotheke das Produkt nicht verkaufen darf. Daher können die Preise in Apotheken an Tankstellen nicht höher sein als in herkömmlichen Apotheken und werden keinerlei Einfluss auf Preisänderungen haben“, sagte sie.
Gleichzeitig merkte Gorlova an, dass „diese Initiative die Ukraine zwar anderen entwickelten Ländern annähert, in denen der Verkauf von Medikamenten an Tankstellen erlaubt ist, diese Initiativen jedoch leider nicht dazu beitragen werden, Medikamente für ländliche Regionen zugänglicher zu machen, wie ursprünglich vorgesehen, sondern vielmehr deren Verfügbarkeit und Komfort für Autofahrer und ihre Mitfahrer erhöhen werden“.
Dr. Serhiy Sur, Doktor der Pharmazeutischen Wissenschaften, merkte seinerseits an, dass „die Genehmigung des Verkaufs von Medikamenten an Tankstellen bislang keinerlei Auswirkungen auf den Markt hat“.
„Nach den Ergebnissen vom April 2026 wurden Arzneimittel nur an 260 Tankstellen verkauft, und das Gesamtumsatzvolumen betrug lediglich 354.000 UAH. Der durchschnittliche Umsatz pro Standort betrug 4.700 UAH pro Monat. Zum Vergleich: Der Umsatz mit rezeptfreien Arzneimitteln auf dem Einzelhandelsmarkt (in 18.000 Apotheken) belief sich im April 2026 auf 5,167 Mrd. UAH. Dementsprechend betrug der durchschnittliche Umsatz dieser Arzneimittelkategorie pro Apotheke etwa 283.000 UAH pro Monat. Das heißt, der Umsatz mit rezeptfreien Arzneimitteln an Tankstellen belief sich im April 2026 auf weniger als 0,007 % des Umsatzes in Apotheken“, sagte er.
Nach Suras Einschätzung hatte der Verkauf von Arzneimitteln an Tankstellen aufgrund der geringen Verkaufsmengen auch keinen Einfluss auf das Sortiment der Pharmahersteller. „Die Arzneimittelhersteller haben keine Notwendigkeit, ihr Produktsortiment an diesen Vertriebskanal anzupassen“, sagte er.
Gleichzeitig merkte er an, dass derzeit keine analytischen Daten über Preisunterschiede bei denselben Präparaten an Tankstellen und in Apotheken vorliegen, aber die Kosten für Medikamente an Tankstellen, ebenso wie in Apotheken, die im Nationalen Preiskatalog festgelegten Höchstpreise nicht überschreiten dürfen.
„Theoretisch könnte die Ausweitung des Vertriebskanals für Medikamente an Tankstellen zusätzliche Möglichkeiten für den Zugang von Patienten zu rezeptfreien Präparaten schaffen, insbesondere in bestimmten Situationen – unterwegs oder außerhalb der üblichen Öffnungszeiten von Apotheken. Gleichzeitig ist aus praktischer Sicht nicht zu erwarten, dass dieser Kanal vor dem Hintergrund der über das Apothekennetz verkauften Mengen zu einem spürbaren Umsatzwachstum führen wird. Tankstellen werden ein Nischenkanal mit begrenztem Sortiment und spezifischem Konsummodell bleiben. Somit kann es sich nur um eine punktuelle Ergänzung der bestehenden Vertriebsstruktur handeln, nicht um deren wesentliche Umgestaltung“, fasste er zusammen.
Sur wies zudem darauf hin, dass „es in den verschiedenen EU-Ländern keinen einheitlichen Ansatz für den Verkauf von Arzneimitteln an Tankstellen gibt“: In einigen Ländern ist der Verkauf nur über Apotheken möglich, während andere den Verkauf außerhalb von Apotheken, insbesondere an Tankstellen, zulassen. Es handelt sich jedoch ausschließlich um eine begrenzte Liste rezeptfreier Arzneimittel, die in der Regel zur Behandlung leichter Beschwerden bestimmt sind, keine komplexe Diagnostik erfordern und ein geringes Risiko für die Gesundheit des Patienten darstellen. Darüber hinaus ist diese Tätigkeit mit regulatorischen Auflagen verbunden: der Festlegung spezieller Listen, Anforderungen an die Lagerbedingungen sowie an das Personal.
Internationale Erfahrungen, insbesondere aus EU-Ländern wie Frankreich und Österreich, zeigen, dass das Sortiment der an Tankstellen zugelassenen rezeptfreien Arzneimittel recht begrenzt ist – etwa 30 bis 50 Artikel. Es handelt sich um Arzneimittel in kleinen Packungsgrößen (2–4–6 Tabletten oder Kapseln) und in Standarddosierungen, die jedoch nicht hoch sind, beispielsweise Ibuprofen 200 mg.

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