Business news from Ukraine

Business news from Ukraine

Argentinien könnte ein Programm zur Erlangung der Staatsbürgerschaft durch Investitionen ab 500.000 US-Dollar starten

Die Regierung des argentinischen Präsidenten Javier Milei bereitet ein Programm zur Erlangung der Staatsbürgerschaft durch Investitionen vor, das zu einem der größten auf dem weltweiten Markt für „Goldene Pässe“ werden könnte, berichtet die Financial Times.
Nach Angaben von Quellen erwägen die Behörden zwei Beteiligungsmöglichkeiten für Investoren: eine nicht rückzahlbare Spende an einen staatlichen Fonds in Höhe von rund 500.000 US-Dollar oder den Kauf spezieller Nullkupon-Staatsanleihen im Wert von etwa 1 Million US-Dollar.
Es wird davon ausgegangen, dass die eingeworbenen Mittel für den Schuldendienst und die Tilgung der argentinischen Staatsschulden verwendet werden könnten. Nach der Umschuldung im Jahr 2020 hat das Land weiterhin nur eingeschränkten Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten und sucht nach zusätzlichen Quellen für Deviseneinnahmen.
Sollte das Programm umgesetzt werden, könnte Argentinien das größte G20-Land werden, das einen direkten Weg zur Staatsbürgerschaft durch Investitionen anbietet. Dies fällt besonders vor dem Hintergrund der verschärften Haltung gegenüber „Goldenen Pässen“ in Europa ins Auge, wo solche Programme politischem und rechtlichem Druck ausgesetzt sind.
Als einer der wichtigsten Vorteile des argentinischen Passes wird die hohe globale Mobilität genannt. Er gewährt visumfreien Zugang zu fast 170 Ländern, darunter den Schengen-Raum und Großbritannien. Für Investoren könnte dies Argentinien im Vergleich zu kleineren karibischen und pazifischen Ländern wettbewerbsfähiger machen, die traditionell die Staatsbürgerschaft durch Investitionen angeboten haben.
Ein weiterer wichtiger Aspekt könnte das Fehlen einer Verpflichtung zum ständigen Wohnsitz im Land sein. Für vermögende Investoren ist dies von entscheidender Bedeutung, da es ihnen ermöglicht, einen Pass zu erhalten, ohne umziehen zu müssen und ohne dass automatisch eine vollständige steuerliche Ansässigkeit in Argentinien entsteht.
Allerdings handelt es sich bei dem Entwurf bislang noch nicht um ein endgültig verabschiedetes Programm. Die Details werden noch ausgearbeitet, und die Initiative stößt im Land bereits auf Kritik. Gegner weisen darauf hin, dass Fragen der Staatsbürgerschaft gemäß der argentinischen Verfassung vom Kongress geregelt werden müssen und nicht allein durch Präsidialverordnungen.
Es gibt auch externe Risiken. Internationale Partner beurteilen Programme zur Erlangung der Staatsbürgerschaft durch Investitionen aufgrund der Gefahren von Geldwäsche, der Umgehung von Sanktionen und unzureichender Überprüfung der Antragsteller immer strenger. Zuvor hatte Großbritannien die Visumfreiheit für eine Reihe von Ländern gerade wegen Einwänden gegen deren Passprogramme eingeschränkt.

 

,