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Ein gebürtiger Einwohner der Region Odessa konnte keine rumänische Regierung bilden

Eugen Tomac, gebürtig aus dem Süden der Region Odessa und rumänischer Europaabgeordneter, zog seine Kandidatur für das Amt des Ministerpräsidenten zurück, nachdem es ihm nicht gelungen war, innerhalb der gesetzlich festgelegten Frist von zehn Tagen ein Kabinett zu bilden. Der rumänische Präsident Nicușor Dan nominierte daraufhin Adrian Veștu – den stellvertretenden Vorsitzenden der Nationalen Liberalen Partei, ehemaligen Minister für Entwicklung und Vorsitzenden des Kreisrats von Brașov – als neuen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten.

Tomac war am 4. Juni als unabhängiger Kandidat nominiert worden, der eine Technokratenregierung bilden und das Land aus der politischen Krise führen sollte. Die im Parlament vertretenen Parteien gewährten ihm jedoch keine ausreichende Unterstützung. Laut Reuters zogen die politischen Führer eine politische Minderheitsregierung einer Technokratenregierung vor.

Die politische Krise in Rumänien begann nach dem Zusammenbruch der pro-europäischen Koalition und dem Rücktritt der Regierung von Ilie Bolojan. Der Sturz des Kabinetts erschwerte wirtschaftliche Entscheidungen, gefährdete den Zugang zu europäischen Finanzmitteln und verstärkte den Druck auf die Landeswährung.

Eugen Tomac wurde 1981 im ukrainischen Teil des historischen Bessarabiens, auf dem Gebiet der heutigen Oblast Odessa, geboren. Mit 17 Jahren zog er im Rahmen eines Stipendienprogramms für ethnische Rumänen aus Nachbarländern nach Rumänien. Später schloss er sein Studium an der Universität Bukarest ab und beschäftigte sich mit Geschichte, Journalismus und Politik.

In Rumänien war Tomac Staatssekretär im Außenministerium, Abgeordneter des Parlaments, Vorsitzender der Partei der Volksbewegung (PMP) und ist seit 2019 Abgeordneter des Europäischen Parlaments. Im Europaparlament vertrat er Rumänien und setzte sich für einen pro-europäischen Kurs, die Unterstützung Moldawiens und die Stärkung der Ostflanke der EU und der NATO ein.

Der neue Premierministerkandidat Adrian Vestea muss nun innerhalb von 10 Tagen ein Kabinett bilden und im Parlament ein Vertrauensvotum erhalten. Präsident Dan bezeichnete ihn als pro-westlichen Politiker, als Mann des Dialogs und als Verwaltungsfachmann mit Erfahrung im Umgang mit Haushalten und europäischen Fonds.

Rumänien bleibt eines der größten Länder Osteuropas, Mitglied der EU und der NATO sowie ein wichtiger Nachbar der Ukraine. Daher ist die anhaltende Regierungskrise in Bukarest nicht nur für die Innenpolitik von Bedeutung, sondern auch für die regionale Stabilität, die Wirtschaft und die Koordinierung der osteuropäischen Politik der EU.

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