In der serbischen Hauptstadt Belgrad findet das 19. Internationale Dokumentarfilmfestival Beldocs statt — eines der größten Dokumentarfilmfestivals Europas und des Balkans. Im Programm dieses Jahres sind mehr als 100 Dokumentarfilme, Kurzfilmarbeiten, VR-Projekte und interaktive Formate in 15 Programmsektionen vertreten.
Beldocs wurde in diesem Jahr mit dem Film Yugo Goes To America eröffnet — einem nostalgischen Road Documentary über Freundschaft und das kultige jugoslawische Auto Yugo.
Einen besonderen Platz im Programm nehmen Filme aus der Ukraine sowie Werke ein, die mit Krieg, Emigration, Identität und historischem Gedächtnis verbunden sind. Unter ihnen ist Der letzte Prometheus des Donbass des ukrainischen Regisseurs Anton Schtuka. Der Film erzählt von der Stadt Kurachowe und den Mitarbeitern des Kraftwerks, die versuchen, dessen Betrieb nach Beginn des Krieges und unter ständiger Bedrohung durch Beschuss aufrechtzuerhalten. Die serbische Premiere des Films ist für den 23. Mai im Kulturzentrum Belgrad geplant, nach der Vorführung ist ein Treffen mit dem Regisseur vorgesehen.
Nach Angaben des Telegram-Kanals „Serbischer Ökonom“ ist im internationalen Wettbewerbsprogramm der Film Imago des Regisseurs Déni Oumar Pitsaev vertreten. Der Film wurde in Frankreich gedreht und erzählt von der Rückkehr des Helden in die Pankisi-Schlucht nahe der tschetschenischen Grenze, wo sich die persönliche Geschichte mit den Themen Erinnerung, Familie, Emigration und Suche nach dem eigenen Platz verbindet.
Ein weiterer Film des internationalen Wettbewerbs ist Lied ohne Zuhause des Regisseurs Rati Tsiteladze, eine Koproduktion Georgiens und der USA. Der Film erzählt die Geschichte von Adelina, einer jungen Transfrau aus einem georgischen Dorf, die nach langer Isolation nach Wien geht, auf der Suche nach Freiheit und der eigenen Identität.
Im Programm ist außerdem der Film Armee der Hölle des Regisseurs Richard Rowley angekündigt, der unter Beteiligung der Ukraine, Syriens, Litauens, der USA und der Zentralafrikanischen Republik entstanden ist. Es handelt sich um einen Dokumentarfilm über die Tätigkeit der privaten Militärfirma „Wagner“, Jewgeni Prigoschin und das internationale Netzwerk von Strukturen, die mit Söldneroperationen verbunden sind.
Das ukrainische Thema ist auch durch den Film Militantropos der Regisseurinnen und Regisseure Yelyzaveta Smith, Alina Horlova und Simon Mozgovyi vertreten. Laut der Beschreibung von Beldocs hält der Film den Zustand des Menschen in der Realität des Krieges fest und zeigt, wie der Krieg den Alltag der Menschen verändert. Die serbische Premiere des Films findet am 25. Mai im Art Cinema Kolarac statt.
Einen gesonderten Platz im Programm nimmt Barbara Forever der Regisseurin Brydie O’Connor ein — ein dokumentarisches Porträt der amerikanischen Regisseurin Barbara Hammer, einer der Pionierinnen des experimentellen und unabhängigen Kinos. Der Film basiert auf Archivmaterialien, Audiointerviews und dem Erbe der Autorin, die mehr als 80 Filme gedreht hat.
Für Belgrad hat Beldocs nicht nur als kulturelles Ereignis Bedeutung, sondern auch als Teil der kreativen Wirtschaft der Stadt. Das Festival zieht internationale Regisseure, Produzenten, Filmkritiker, Verleiher und Zuschauer an und stärkt die Rolle der serbischen Hauptstadt als regionales Zentrum des Dokumentarfilms.
Beldocs findet seit 2008 in Belgrad statt und ist in dieser Zeit zu einer der wichtigsten Plattformen des Dokumentarfilms in Serbien und auf dem Westbalkan geworden.
Im Programm von Beldocs sind traditionell serbische, internationale, Kurzfilm- und Jugend-Wettbewerbssektionen sowie Sondervorführungen, Retrospektiven und thematische Auswahlen vertreten.
Im Jahr 2026 findet die 19. Ausgabe des Festivals statt. Nach Angaben der Organisatoren und spezialisierter Filmpublikationen umfasst das Programm mehr als 100 Dokumentarfilme, Kurzfilmarbeiten, VR-Projekte und interaktive Formate, darunter 17 Welt-, 4 Europa-, 41 Regional- und 43 serbische Premieren. An dem Festival nehmen dokumentarische Arbeiten aus mehr als 20 Ländern teil.