Die Agentur zur Förderung öffentlich-privater Partnerschaften (PPP-Agentur) hat den Start der Projektvorbereitung für den Bau des Pumpspeicherkraftwerks Kaniv im Rahmen des Ukraine Government PPF (Ukraine Government Project Preparation Facility, ein Programm zur Unterstützung der Vorbereitung öffentlicher Investitionsprojekte in der Ukraine, das von der PPP-Agentur mit Unterstützung der Weltbank umgesetzt wird) angekündigt.
„Wir beginnen mit der Projektvorbereitung für den Bau des Pumpspeicherkraftwerks Kaniv im Rahmen des Ukraine Government PPF. Der Beschluss über die Zuweisung des Projekts zur weiteren Vorbereitung wurde von der interministeriellen Arbeitsgruppe zur Vorbereitung öffentlicher Investitionsprojekte (Project Preparation Unit, PPU) auf ihrer 8. Sitzung gefasst. Initiator des Projekts ist die PrJSC „Ukrhydroenergo“, heißt es in einer Mitteilung der PPP-Agentur auf Facebook vom Mittwoch.
Darin wird darauf hingewiesen, dass solche Großprojekte „nicht direkt auf der Baustelle beginnen“, sondern einer vorherigen gründlichen Vorbereitung bedürfen. Dementsprechend wird die PPP-Agentur eine „gut strukturierte Investitionsstudie“, eine Bewertung der ökologischen und sozialen Auswirkungen gemäß internationalen Standards sowie eine nachvollziehbare Umsetzungslogik und eine fundierte Finanzierungsstrategie erarbeiten.
Zu diesem Zweck plant sie unter anderem die Ausschreibung zur Beauftragung von Beratern.
Angesichts der strategischen Bedeutung und Komplexität des Projekts wird die Organisation dessen Vorbereitung mit internationalen Finanzinstitutionen (IFIs), Entwicklungsfinanzierungsinstituten (DFIs), internationalen Entwicklungspartnern und „Ukrhydroenergo“ koordinieren.
Die PPP-Agentur wies darauf hin, dass das Pumpspeicherkraftwerk Kaniv ein wichtiges Projekt für das ukrainische Stromnetz sei, da seine hochflexiblen Erzeugungskapazitäten das Gleichgewicht und die Zuverlässigkeit des Verbundnetzes der Ukraine gewährleisten würden.
Wie berichtet, hatte der damalige Leiter von „Ukrhydroenergo“, Ihor Syrota, in einer Reihe von Interviews mit den Agenturen „Interfax-Ukraine“ und „Energoreforma“ in den Jahren 2023–2024 erklärt, dass das Unternehmen das Projekt des Pumpspeicherkraftwerks Kaniv unter Berücksichtigung der Erfahrungen aus der Kriegszeit überarbeite. Seinen Worten zufolge müsse das Kraftwerk unterirdisch verlegt werden. Wie er erklärte: „Das Projekt des Pumpspeicherkraftwerks Kaniv war schön, gläsern, und nun muss es verborgen werden, das Kraftwerk wird praktisch nicht mehr zu sehen sein.“
Damals wies er darauf hin, dass die Pumpspeicherkraftwerk Kaniv gemäß dem in den Jahren 2014–2015 erstellten und zum damaligen Wechselkurs in Hrywnja umgerechneten Kostenvoranschlag 1,5 Mrd. EUR kosten würde, doch unter Berücksichtigung des unterirdischen Baus müsse dieser Betrag ebenfalls neu berechnet werden. Laut Syrota arbeitete das Unternehmen daran, Kredite von internationalen Finanzorganisationen für den Bau des Pumpspeicherkraftwerks zu beschaffen, doch der Krieg verhinderte dies. Dennoch setzte „Ukrhydroenergo“ die Bearbeitung dieser Frage fort.
Gleichzeitig sprachen sich Wissenschaftler gegen den Bau des Pumpspeicherkraftwerks Kaniv aus und verwiesen auf den archäologischen sowie historisch-kulturellen Wert des Gebiets. Daraufhin betonte Syrota, dass das Pumpspeicherkraftwerk Kaniv gebaut werde und es keinen effizienteren Regler für das Energiesystem gebe als ein Pumpspeicherkraftwerk. Er nannte eine Betriebsdauer der Anlage von 100 Jahren und der Ausrüstung von 50 Jahren und wies darauf hin, dass das Projekt alle erforderlichen Genehmigungen erhalten habe und ein Regierungsbeschluss dazu vorliege.
Nach Angaben auf der Website von „Ukrhydroenergo“ sieht die Energiestrategie der Ukraine bis 2035 den Bau des Pumpspeicherkraftwerks Kaniv mit einer Gesamtleistung von 1000 MW vor. Sie wird dazu beitragen, das Problem des Mangels an Regelkapazitäten im Verbundnetz der Ukraine zu lösen, unter anderem angesichts des zu erwartenden Anstiegs der Stromnachfrage und der Pläne zur Sanierung von Wärmekraftwerken.
Der Baubeginn des Pumpspeicherkraftwerks Kaniv erfolgte bereits im Jahr 1986, 1991 wurden die Arbeiten jedoch eingestellt. Ursprünglich war eine Leistung des Kraftwerks von 3600 MW vorgesehen.
Agentur für öffentlich-private Partnerschaften, Pumpspeicherkraftwerk Kaniv, Stromnetz, UKRHYDROENERGO