Die Versprechen der Europäischen Union bezüglich eines Beitritts der Ukraine im Rahmen des regulären Verfahrens entsprächen nicht der Realität, erklärte Albaniens Ministerpräsident Edi Rama in einem Interview mit der deutschen Zeitung „Welt am Sonntag“.
„Was man ihr (der Ukraine) verspricht, ist eine Lüge“, betonte Rama und fügte hinzu, dass das Land nach den üblichen Erweiterungsregeln unter Einhaltung aller bestehenden Kriterien definitiv nicht in die Union aufgenommen werde, und „das wissen alle“.
Gleichzeitig warnte der albanische Ministerpräsident Brüssel davor, im Verfahren allein aus geopolitischen Erwägungen Zugeständnisse zu machen. Stattdessen schlug er vor, die Vollmitgliedschaft erst nach der Erfüllung konkreter Aufgaben und der Erreichung bestimmter Ziele zu gewähren (ein ergebnisorientierter Prozess).
Parallel dazu forderte der albanische Regierungschef eine Beschleunigung der EU-Integration seines Landes. Albanien hat bereits 2009 einen Antrag auf EU-Mitgliedschaft gestellt und hat seit 2014 den Status eines Beitrittskandidaten.