Business news from Ukraine

Business news from Ukraine

Wissenschaftler haben bewiesen, dass Multitasking für das Gehirn ein Mythos ist

11 August , 2026  

Nur ein kleiner Teil der Menschen ist in der Lage, zwei komplexe Aufgaben gleichzeitig zu erledigen, ohne dass sich die Ergebnisse merklich verschlechtern. Dies zeigte eine Studie der Psychologen Jason Watson und David Strayer von der University of Utah.

Die Arbeit mit dem Titel Supertaskers: Profiles in Extraordinary Multitasking Ability wurde in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Psychonomic Bulletin & Review veröffentlicht. An der Studie nahmen 200 Personen teil.

Die Teilnehmer wurden in einem hochrealistischen Fahrsimulator getestet. Zunächst erledigten sie die Aufgaben getrennt. Anschließend steuerten sie gleichzeitig ein Auto und absolvierten den komplexen auditiven OSPAN-Test, der das Einprägen von Informationen und die Lösung kognitiver Aufgaben erforderte.

Bei der überwiegenden Mehrheit der Teilnehmer verschlechterten sich beim Übergang zum Multitasking entweder die Ergebnisse beim Autofahren, beim kognitiven Test oder bei beiden Aufgaben gleichzeitig.

Allerdings zeigten 2,5 % der Teilnehmer – also etwa fünf von 200 Personen – bei der gleichzeitigen Ausführung beider Aufgaben keinerlei Verschlechterung ihrer Ergebnisse. Die Forscher bezeichneten sie als „Supertaskers“ – Menschen mit einer ungewöhnlich hohen Fähigkeit zum Multitasking.

Darüber hinaus erzielten diese Teilnehmer auch bei der getrennten Ausführung jeder einzelnen Aufgabe hohe Ergebnisse: Bei allen wichtigen Messwerten des Fahrens und des Arbeitsgedächtnistests gehörten sie zum besten Viertel der Stichprobe. Statistische Modellierungen zeigten, dass das Auftreten einer solchen Gruppe nur mit geringer Wahrscheinlichkeit durch reinen Zufall erklärt werden konnte.

Die Studie stellte die Annahme infrage, dass die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit effektiv auf mehrere komplexe Aufgaben zu verteilen, bei allen Menschen gleich ausgeprägt ist. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass erhebliche individuelle Unterschiede bei den Mechanismen der Aufmerksamkeit und der kognitiven Kontrolle bestehen.

Dabei sollte der Wert von 2,5 % nicht unmittelbar als Beweis dafür interpretiert werden, dass genau dieser Anteil der gesamten Weltbevölkerung über außergewöhnliche Multitasking-Fähigkeiten verfügt. Die Studie wurde mit einer Stichprobe von 200 Teilnehmern durchgeführt und untersuchte eine konkrete Kombination von Aufgaben – das Autofahren und eine komplexe Belastung des Arbeitsgedächtnisses.

Die Arbeit hat zudem praktische Bedeutung für die Frage der Nutzung von Telefonen am Steuer. Ihre Ausgangsannahme basierte auf früheren Studien, die zeigten, dass Telefongespräche in der Regel die Fähigkeit des Fahrers beeinträchtigen, die Verkehrssituation zu kontrollieren. Die Entdeckung einer kleinen Gruppe von „Supertaskers“ war eine Ausnahme von der allgemeinen Regel und kein Beweis dafür, dass Multitasking für die meisten Fahrer sicher ist.

Die Studie wurde am Fachbereich Psychologie der University of Utah durchgeführt.

, ,