Die Entwicklungsbank des Europarates (CEB) hat der Ukraine zusätzliche Kredite gewährt: 100 Millionen Euro für das HOME-Programm zur Entschädigung von Bürgern für durch den Krieg zerstörte Wohnungen sowie 20 Millionen Euro zur Unterstützung von Kleinstunternehmen und kleinen landwirtschaftlichen Betrieben in der Ukraine.
Wie das Finanzministerium am Mittwoch mitteilte, hat der Verwaltungsrat der CEB am 16. und 17. März einen entsprechenden Beschluss gefasst; an der gemeinsamen Sitzung mit dem Lenkungsausschuss nahm die stellvertretende Ministerin Olga Zykova teil.
Das HOME-Programm wird über den staatlichen Mechanismus der Wohnzertifikate umgesetzt, der es Bürgern, deren Wohnraum infolge der russischen Aggression zerstört wurde, ermöglicht, eine Entschädigung für den Erwerb von neuem Wohnraum zu erhalten. Mit den zuvor bereitgestellten und vollständig ausgeschöpften 200 Millionen Euro wurden 3.774 Wohnobjekte für über 13.000 Ukrainer erworben, die neuen Wohnraum erhielten.
„Bis Anfang 2026 wurden über 98.000 Anträge auf Entschädigung für zerstörte Wohnungen gestellt, was den enormen Bedarf an Wiederaufbau des Wohnungsbestands verdeutlicht. Die zusätzliche Finanzierung wird es ermöglichen, weitere rund 3.000 Familien zu unterstützen und die Umsetzung des Programms bis zum 30. Juni 2028 fortzusetzen“, erklärte das Finanzministerium.
Was die 20 Millionen Euro betrifft, so wird dieses Programm über die Nationale Entwicklungsagentur (früher: Fonds für Unternehmensentwicklung) umgesetzt, die die Finanzierung über Partnerbanken und Kreditgenossenschaften bereitstellen wird. Die Gesamtfinanzierung des Programms umfasst zudem 4,6 Millionen Euro an EU-Investitionszuschüssen im Rahmen des Ukraine Investment Framework, 0,23 Millionen Euro an technischer Hilfe sowie 3 Millionen Euro an Zuschüssen der EBRD zur Absicherung von Währungsrisiken.
Das Programm zielt darauf ab, Unternehmer zu unterstützen, die unter dem Krieg gelitten haben, sowie Binnenvertriebene, Veteranen, Unternehmerinnen, junge Menschen, Menschen mit Behinderungen und kleine landwirtschaftliche Betriebe, wie das Finanzministerium präzisierte.
Es wird erwartet, dass von den 20 Millionen Euro mindestens 50 % der Mittel für schutzbedürftige Gruppen und 30 % der Investitionen für energieeffiziente und nachhaltige Projekte verwendet werden.