Wie der Serbische Ökonom berichtet, verzeichnet der Immobilienmarkt im benachbarten Rumänien zu Beginn des Jahres 2026 weiterhin steigende Preise, auch wenn sich das Wachstumstempo bereits moderater darstellt als während der Phase des postpandemischen Aufschwungs. Nach Angaben von Eurostat lag der jährliche Anstieg der Immobilienpreise in Rumänien Ende 2025 bei etwa 6,7 % und damit über dem EU-Durchschnitt.
Bukarest bleibt das Hauptzentrum des Marktes, aber auch in den größten regionalen Städten bleiben die Preise hoch. Nach Angaben von „Romania Insider“ hatten im Februar 2026 bereits zwei Stadtteile der Hauptstadt Cluj-Napoca hinsichtlich der Quadratmeterpreise überholt, während Cluj selbst bei etwa 3.300 Euro pro Quadratmeter lag. Für Bukarest zeigen Forschungs- und Marktübersichten einen städtischen Richtwert von 2.236 Euro pro Quadratmeter im Februar 2026.
Was die Transaktionen betrifft, verlief der Beginn des Jahres 2026 uneinheitlich. Im Januar wurden landesweit 24.598 Immobilientransaktionen registriert, was unter dem Niveau von Januar 2025 lag, und die Transaktionen mit Wohnungen gingen landesweit um 25 % und in Bukarest um 22 % zurück, wie aus der Analyse von Storia auf Basis von ANCPI hervorgeht. Bereits im Februar belebte sich der Markt spürbar: Die Zahl der Transaktionen stieg auf 44.427, und Bukarest wurde erneut zum größten Wohnungsmarkt des Landes.
Der wichtigste Trend zu Beginn des Jahres 2026: Der Markt bleibt aktiv, doch die Käufer sind vorsichtiger geworden. CBRE stellt in seinem Rückblick auf das Jahr 2026 fest, dass rumänische Käufer Ende 2025 die Transaktionsstruktur dominierten und rund 31 % des gesamten Investitionsvolumens des Jahres ausmachten, während allgemeinere Marktüberblicke die Nachfrage als „vorsichtig positiv“ beschreiben: Die Käufer bleiben aktiv, treffen ihre Entscheidungen jedoch langsamer und konzentrieren sich auf angemessen bewertete Objekte in guten Lagen.
Aus preislicher Sicht kann der Markt selbst nach regionalen Maßstäben nicht mehr als günstig bezeichnet werden. Colliers wies Ende 2025 darauf hin, dass die Preise in den größten Städten Rumäniens innerhalb von sechs Jahren um 60–90 % gestiegen sind, in Cluj sogar um etwa 100 %, während in Bukarest die Zahl der Baugenehmigungen innerhalb von drei Jahren um 45 % zurückgegangen ist, was das Angebot zusätzlich einschränkt.
Für Käufer und Investoren ist noch ein weiterer Aspekt wichtig: Der rumänische Markt stellt zunehmend höhere Anforderungen an die Struktur der Transaktionen und die Finanzierung. Nach Einschätzung von Legal 500 tritt der Sektor im Jahr 2026 in eine „diszipliniertere“ Phase ein, in der Kreditkosten, regulatorisches Umfeld und Qualität der Dokumentation einen stärkeren Einfluss auf Entscheidungen haben. Die OECD erwartet für Rumänien im Jahr 2026 nach einem schwachen Jahr 2025 ebenfalls nur eine moderate Beschleunigung des Wirtschaftswachstums, was bedeutet, dass der Wohnungsmarkt zunehmend von den Einkommen der Haushalte und der Verfügbarkeit von Hypotheken abhängen wird und nicht mehr nur von der Wachstumsdynamik.
Was Ausländer betrifft, so konnten in öffentlich zugänglichen Quellen keine aktuellen offiziellen Statistiken speziell zu Immobilienkäufern nach Nationalität zu Beginn des Jahres 2026 gefunden werden. Daher ist es korrekter, zwischen dem Markt für ausländische Präsenz und dem Markt für ausländische Käufer zu unterscheiden. Nach Angaben der OECD erhielten im Jahr 2024 in Rumänien 52.000 neue Einwanderer eine Aufenthaltsgenehmigung mit einer Laufzeit von mehr als 12 Monaten, und die größten Einwanderergruppen im Land in den Jahren 2024–2025 stammten aus der Ukraine, Italien, Spanien, Moldawien und der Türkei. Dies ist nicht gleichbedeutend mit Immobilienkäufern, zeigt jedoch, welche ausländischen Gruppen derzeit im Land am stärksten vertreten sind und potenziell einen Teil der Nachfrage nach Miet- und Kaufimmobilien ausmachen.
Besonders auffällig ist der Anstieg der Arbeitsmigration aus Asien. Die OECD weist darauf hin, dass unter den Neuankömmlingen in den Jahren 2023–2025 die größten Gruppen aus Nepal, Sri Lanka und der Türkei stammten, während der rumänische Arbeitsmarkt in den letzten Jahren auch aktiv Arbeitskräfte aus Indien und Bangladesch anzieht. Für den Wohnungsmarkt ist dies vor allem im Segment der Vermietung, der Wohnheime und des preisgünstigen Wohnraums in Großstädten von Bedeutung, weniger jedoch im Premium-Segment des Wohnungskaufs.