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Schweden verlängert die Aufenthaltsdauer für den Erwerb der Staatsbürgerschaft auf acht Jahre

14 Mai , 2026  

Das schwedische Parlament hat eine Verschärfung der Bestimmungen für den Erwerb der Staatsbürgerschaft beschlossen: Ab dem 6. Juni 2026 wird die allgemeine Mindestaufenthaltsdauer im Land für die Beantragung eines Passes von fünf auf acht Jahre verlängert.

Die neuen Vorschriften gelten für erwachsene Antragsteller. Die schwedische Migrationsbehörde weist darauf hin, dass für bestimmte Gruppen andere Fristen gelten, die Grundvoraussetzung jedoch auf acht Jahre verlängert wird. Zudem werden strengere Kriterien für ein „ordentliches Leben“ eingeführt: Personen, die Straftaten begangen haben, müssen länger warten, bevor sie die Staatsbürgerschaft erhalten.

Die Reform ist Teil einer umfassenderen Politik der schwedischen Regierung zur Verschärfung der Einwanderungsbestimmungen. Neben der Verlängerung der Aufenthaltsdauer planen die Behörden auch verbindliche Anforderungen hinsichtlich der Schwedischkenntnisse, der Grundkenntnisse der Gesellschaft und der finanziellen Unabhängigkeit der Antragsteller. Laut Reuters hatte die Regierung zuvor vorgeschlagen, von den Antragstellern ein Einkommen von über 20.000 schwedischen Kronen pro Monat sowie das Bestehen eines Sprach- und Gesellschaftstests zu verlangen.

Die US-Kongressbibliothek stellt in ihrer Analyse der Entscheidung des Reichstags fest, dass die neuen Anforderungen zur Aufenthaltsdauer am 6. Juni 2026 in Kraft treten. Dabei soll der Sprachtest ab dem 1. Oktober 2027 oder früher, falls die Regierung dies beschließt, zur Anwendung kommen, während der Test zu gesellschaftlichen Kenntnissen zu einem vom Kabinett festgelegten Zeitpunkt eingeführt wird.

Einer der umstrittensten Punkte der Reform ist das Fehlen einer vollwertigen Übergangsphase. Von den neuen Regeln könnten mehr als 100.000 Menschen betroffen sein, deren Anträge bereits in Bearbeitung sind. Das bedeutet, dass ein Teil der Antragsteller, die mit der bisherigen Fünfjahresfrist gerechnet hatten, eine Ablehnung erhalten oder länger warten müssen.

Für Ausländer, die eine Einbürgerung in Schweden geplant hatten, verlängert die Reform die Wartezeit erheblich. Besonders spürbar könnte sich dies auf Arbeitsmigranten, Flüchtlinge, ausländische Fachkräfte und Familien auswirken, die bereits seit mehreren Jahren im Land leben und ihre Pläne auf der Grundlage der bisherigen Regelungen geschmiedet haben.

Schweden verschärft in den letzten Jahren konsequent seine Migrationspolitik, nachdem es lange Zeit einen liberaleren Ansatz bei der Aufnahme von Ausländern verfolgt hatte. Die Behörden begründen die Änderungen mit der Notwendigkeit, die Integration zu stärken, die Anforderungen an Sprachkenntnisse und Selbstständigkeit der Migranten zu erhöhen sowie das Vertrauen in die Institution der Staatsbürgerschaft zu stärken. Kritiker der Reform warnen, dass die rückwirkende Anwendung der neuen Regeln Rechtsunsicherheit schaffen und die Attraktivität des Landes für qualifizierte Fachkräfte mindern könnte.

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