Business news from Ukraine

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Albanien führt als erstes Land auf dem Balkan eine KI-basierte Kontrolle von Vermietern auf Airbnb und Booking ein

22 Mai , 2026  

Wie der Serbische Ökonom berichtet, verschärft Albanien die steuerliche Kontrolle über den Markt für Kurzzeitvermietungen, der sich in den letzten Jahren zu einem der am schnellsten wachsenden Segmente der Tourismusimmobilien des Landes entwickelt hat. Die Steuerbehörde hat einen Sektorplan für den Tourismussektor bis 2026 auf den Weg gebracht, in dessen Rahmen die Aktivitäten von Vermietern auf Airbnb, Booking.com und anderen Plattformen mit den Steuererklärungen abgeglichen werden sollen.

Im Grunde genommen wird Albanien zu einem der ersten Länder Europas, in denen die Steuerkontrolle für Kurzzeitvermietungen über digitale Plattformen mithilfe künstlicher Intelligenz automatisiert wird. Damit wird das Land zu einem regionalen Vorreiter für eine strengere Kontrolle der Einnahmen aus Tourismusimmobilien.

Das wichtigste Instrument der neuen Kontrolle wird ein automatisiertes, KI-basiertes Überwachungssystem sein. Algorithmen werden wöchentlich die albanischen Segmente von Airbnb und Booking scannen und dabei die Preise pro Nacht, deren Entwicklung, die tatsächliche Auslastung der Objekte, den Buchungskalender sowie die Anzahl und die Daten der Bewertungen durch Touristen analysieren.

Private Wohnungseigentümer, die eine oder mehrere Wohnungen über Airbnb und Booking vermieten, sind nicht verpflichtet, eine Selbstständigkeit anzumelden, müssen jedoch jährlich eine individuelle DIVA-Erklärung einreichen und Einkommensteuer in Höhe von 15 % entrichten. Die Steuer wird auf das Nettoeinkommen nach Abzug der Plattformprovision berechnet. Einzelne Erläuterungen zu den neuen Verpflichtungen für Kurzzeitvermietungen ab 2026 verweisen ebenfalls auf die Nutzung von DIVA als digitales System zur Einkommenserklärung für natürliche Personen.

Besondere Aufmerksamkeit widmen die Behörden der Mehrwertsteuer. Im albanischen Tourismussektor gilt ein ermäßigter Satz von 6 % anstelle der üblichen 20 %, dieser kann jedoch nur von Unterkünften in Anspruch genommen werden, die eine physische Inspektion durchlaufen und ein offizielles Klassifizierungszertifikat vom Ministerium für Tourismus erhalten haben. Wenn ein Betreiber den Satz von 6 % ohne ein solches Zertifikat anwendet, kann das Finanzamt rückwirkend die Mehrwertsteuer zum vollen Satz von 20 % nachfordern, zusammen mit Strafen und Verzugszinsen.

Eine weitere Anforderung betrifft bargeldlose Zahlungen. Bis zum 30. Mai 2026 müssen alle Beherbergungsbetriebe in Albanien, einschließlich Hotels, Hostels, Campingplätze und zertifizierte Gästehäuser, physische POS-Terminals für die Zahlungsabwicklung installieren. Gleichzeitig wurde das Limit für Barzahlungen zwischen gewerblichen Unternehmen von 150.000 auf 100.000 Lek gesenkt.

Für den Immobilienmarkt bedeutet dies das Ende einer Phase schwacher Kontrolle über die Einnahmen aus Kurzzeitvermietungen. In den letzten Jahren erlebt Albanien einen Investitionsboom bei Ferienimmobilien, insbesondere an der Küste, wo Käufer auf Einnahmen aus touristischen Vermietungen setzen.

Doch nun wird die Rentabilität solcher Objekte immer stärker nicht nur von der Auslastung und dem Preis, sondern auch von der Steuerdisziplin des Eigentümers abhängen.

Für ausländische Investoren bedeuten die neuen Vorschriften, dass sie das Steuermodell des Objekts im Voraus berücksichtigen müssen.

Das albanische Modell spiegelt einen breiteren Trend in der Region wider. Auch Montenegro verschärft die Kontrollen bei Abrechnungen und Steuern im Immobilien- und Tourismussektor, doch Albanien geht noch einen Schritt weiter: Es nutzt digitale Überwachung und KI, um die tatsächlichen Aktivitäten auf den Plattformen mit den Steuererklärungen abzugleichen.

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