Wie der Serbische Ökonom berichtet, wird die ausländische Nachfrage nach Immobilien in Montenegro immer vielfältiger: Bürger aus Serbien und den USA verstärken ihre Aktivitäten, während der Anteil russischer Käufer allmählich zurückgeht, wie Marktdaten und Umfragen unter lokalen Experten zeigen.
Noch vor wenigen Jahren gehörten russische Käufer zu den wichtigsten Gruppen ausländischer Investoren in montenegrinische Immobilien, insbesondere an der Küste – in Budva, Tivat, Kotor, Herceg Novi und Bar. Nach 2022 begann ihre Aktivität jedoch aufgrund von Sanktionen, Problemen bei Banküberweisungen, Beschränkungen des Kapitalverkehrs, Unsicherheiten hinsichtlich des Aufenthaltsstatus und Veränderungen im geopolitischen Umfeld abzunehmen.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Bedeutung von Käufern aus Serbien an Bedeutung. Für serbische Staatsbürger bleibt Montenegro ein vertrauter und naher Markt: Es gibt keine Sprachbarriere, starke familiäre und geschäftliche Verbindungen, und die Küste wird traditionell als Reiseziel für Urlaub, den Kauf von Zweitwohnungen und Vermietungen wahrgenommen. Serbische Käufer sind besonders aktiv im Segment der Ferienwohnungen und der Objekte, die an Touristen vermietet werden können.
Auch die Nachfrage aus den USA hat an Bedeutung gewonnen. Käufer aus den USA werden von den im Vergleich zu den Märkten der EU und des Mittelmeerraums relativ niedrigeren Preisen, der Möglichkeit, über Immobilien eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten, der Entwicklung der touristischen Infrastruktur sowie der wachsenden Bekanntheit Montenegros als europäisches Ziel für Relocation, Remote-Arbeit und Investitionen angezogen.
Laut Marktberichten gehören zu den aktivsten ausländischen Immobilienkäufern in Montenegro derzeit Bürger aus Serbien, der Türkei, den USA, Russland und Deutschland. Dabei ist die Aktivität russischer und deutscher Käufer deutlich zurückgegangen.
Auch ukrainische Käufer sind weiterhin auf dem montenegrinischen Markt präsent, spielen jedoch keine dominierende Rolle. Für ukrainische Staatsbürger bleibt Montenegro ein naheliegendes Ziel für den Umzug, den Kauf von Wohnraum zum Wohnen, für den saisonalen Urlaub und für Investitionen. Nach Einschätzung der Marktteilnehmer interessieren sich Ukrainer häufiger für Immobilien in Küstenstädten und in Podgorica, wobei sie sowohl den Eigenbedarf als auch die Möglichkeit der Vermietung im Blick haben. Marktprognosen deuten darauf hin, dass ukrainische Staatsbürger in den Jahren 2024–2025 etwa 10 % der ausländischen Immobilienkäufe in Montenegro ausmachten.
Die Immobilienpreise in Montenegro hängen weiterhin stark von der Lage ab. Im Marktdurchschnitt werden neue Wohnimmobilien im Jahr 2026 auf etwa 2.200 Euro pro Quadratmeter geschätzt, an der Küste liegt das Preisniveau jedoch deutlich höher. In beliebten Küstenstädten werden Standardwohnungen in der Regel im Bereich von 1.700 bis 3.500 Euro pro Quadratmeter verkauft, in liquideren und touristisch attraktiveren Lagen hingegen für 3.000 bis 5.000 Euro pro Quadratmeter.
In Tivat, insbesondere in der Nähe von Porto Montenegro, liegen die Preise für Wohnungen oft im Bereich von 3.500 bis 5.500 Euro pro Quadratmeter, wobei Premium-Objekte teurer sein können. In Budva werden Neubauten in der Regel auf etwa 3–4,2 Tausend Euro pro Quadratmeter geschätzt, fertige Wohnungen auf etwa 2,8–3,8 Tausend Euro pro Quadratmeter. In Kotor können die Preise für hochwertige Objekte bei 3,5–4.000 Euro pro Quadratmeter liegen, in einzelnen Küsten- und historischen Lagen sogar noch höher.
Das Landesinnere und Teile von Podgorica bleiben erschwinglicher als die Küste. In der Hauptstadt hat sich der Durchschnittspreis in den letzten Jahren auf fast 2.000 Euro pro Quadratmeter eingependelt, während man in weniger touristischen Städten und nördlichen Gebieten deutlich günstigere Objekte finden kann.
Für die Einheimischen hat die steigende Nachfrage aus dem Ausland einen doppelten Effekt. Einerseits fördert sie das Baugewerbe, die Beschäftigung, den Dienstleistungssektor, die Vermietung und die Steuereinnahmen. Andererseits treibt sie die Immobilienpreise in die Höhe, insbesondere in den Küstenstädten, wo die Kaufkraft der lokalen Bevölkerung deutlich unter den Möglichkeiten ausländischer Investoren liegt.
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